EfSsBB»
P^TiniffT^rffliiHwfliV
- 24 -
römischen Krone trachteten. Denn es darfnicht übersehen werden, dass dieses altgläubigeHaus noch früher als die schwer bedrängtenProtestanten sich zu einer überaus folgen-reichen Annäherung an Frankreich entschlossenhat. Keiner von den Reichsfürsten ist wohldem mächtigen Kaiser ins Gesicht so mit derSprache herausgegangen wie Herzog Wil-helm IV; vor seinen Landständen vollends Hesser offen Klage erheben, Karl und sein BruderFerdinand dächten die deutschen Fürsten zuSklaven herabzuwürdigen und nach wälscherSitte allein zu regieren x ). Der Gedanke einesdeutschen Fürstenbundes unter französischerFührung lag bereits damals in der Luft 2 ); imJahre 1539 wenden sich Kursachsen und Hessenan Franz I. als an den Schirmherrn der ge-meinen Freiheit Europas, nicht nur Deutsch-lands 3 ). Das bittere Wort von den „Deutsch-Franzosen", das auf kaiserlicher Seite ausge-
!) Die wichtigsten Belege bei Stumpf, Baiernspolit. Gesch. I. Vgl. hiezu RiezlerlV (189g). 46 f.; 204 f.;21 i; 237 ff.; 248 f. Der leitende Staatsmann, Eck, er-klärte noch 1541: wenn die deutschen Fürsten sich nichtzusammentun, „so werden sie eilender denn die waschen[Paschas] unter dem Türken" (Lenz, Briefwechsel Land-graf Philipps — mit Bucer, III, IQ3).
2 ) Vgl. z. B. für das Jahr 1531 J. Wille, Philippder Grossmütige von Hessen (1882), S. 57 f.
s ) Sachs.-hess. Schreiben vom 19. April 1539: „quiaR. D. V. praeeipue existimamus praesidio esse communilibertati Europae" (Corpus Reformatorum III, 696).
Ibl.