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neuen Herrn vor allem klar gemacht werden,welche veränderte Stellung dieses Fürstentumjetzt gegenüber dem Reichsoberhaupt bean-spruchte. Es war doch eine starke Ver-kennung der wirklichen Lage der Dinge, wennnoch damals fremde Beobachter meinten, dieMacht der deutschen Städte sei grösser alsdie der Fürsten, wenn selbst in der Umgebungdes jungen Kaisers der anachronistische Ge-danke auftauchte, die deutsche Monarchie imBund mit diesen republikanischen Elementendes Reichs wieder aufzurichten 1 ). Mochtenauch seit Menschenaltern publizistische, revolu-tionäre und besonders humanistische Stimmenden deutschen Fürsten ihr Sündenregister vor-halten und nach ihrer Bändigung durch einenErneuerer der alten Kaiserherrlichkeit rufen,der ersehnte echte Nachfolger Karls desGrossen oder der gewaltigen Staufer warbisher nicht erschienen. Im Gegenteil, dieunter Kaiser Maximilian T. in Angriff ge-nommene Reichsreform bezweckte nichtsgeringeres als eine endgiltige Mediatisierungdes Reichsoberhaupts. Wenn auf dem WormserTag von 1495 die Organisation einer wesent-lich ständischen Reichsregierung noch nichtvöllig geglückt war, so schien dieses Zieldurch die fünf Jahre später zu Augsburg be-
l ) Mit dem bekannten Urteil Machiavellis und seinerCharakteristik Deutschlands vgl. die Äusserungen der kais.Kommissare 1.520 und des englischen Gesandten Tunstal1521, Deutsche Reichstagsakten II, 74 ff.; 814.