Ermunterung für Gelehrte und Studierende.135
Indessen muß ick hierbei nicht unerinnert lassen,daß dieser Grund bei den Gelehrten, die von ihrenStudien leben müssen, wegfällt. Aerzte und Rechts,gelehrte haben bei der Anwendung ihrer Wissenschaft,da nicht nur ihre Ehre, sondern auch ihr Einkommensehr genau damit verwandt ist, mit vieler Sorge zukämpfen, welche das Vergnügen, das ihnen ihr Stu-diren gewährt, gar sehr verbittert. Bei diesen bei»den Standen wird auch die Annehmlichkeit des Stu-dierens durch Nacheiferung und Streitigkeiten aufge«wogen, wenn sich Nebenbuhler finden. Dieß ist eininnerlicher Krieg, der in der Seele vorgeht, und welcher,ob er zwar ohne Blutvergießen abgeht, dennoch durchdas öffentliche Zeugniß zu erkennen giebt, daß er dieieidenschast in ihrem Busen erregt.
Sechstes Hauptstück.
Nachdem ich nun meine Meinung mit Ersah,rung, Vernunftschlüssen und auch mit Beistimmungandrer Aerzte bestärkt habe, muß ich noch einen Ein-wurf, den man mir machen könnte, beantworten,nämlich: daß gerade die Gelehrten sich am häufigstenüber körperliche Zufälle beklagten. Man sagt, esgiebt wenig Personen aus dieser Klasse, die nicht überSchnupsm, Katarrhe, Flüsse, und andre Unpäß-lichkeiten Klagen führten. Und eben deßwegen habenviele Aerzte besondre Abhandlungen über diesen Gegen,
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