Ermunterung für Gelehrte uud Studierende. 133
Der Freund des Ovids gab ihm daher denklxgcn Rath, sein Mißgeschick durch Studieren zumildern:
3crid»i5, ur obleclem stuclic» lacr^mZIille rempu«.Dieß ist die größte Zerstreuung unter allen, die wiralle in unsrer Gewalt haben. Ich muß aber doch be.kennen, daß zwischen dem freiwilligen oder aus Nei»gung gewählten Studieren, und dem, wozu wir ge-zwungen smd, ein sehr großer Unterschied herrscht.Die erstere Art ist immer angenehm, die andre hin,gegen führt etwas Ermüdendes mit sich; wie wir be->merken, wenn wir etwa auf Schulen oder Universi«täten wider unsre Neigung in aller Eile disputircn oderganz unerwarteter Weise eine Rede schreiben sollen.Indessen kommen zu gutem Glück dergleichen Fällesehr selten vor. Allein auch sogar bei gezwungenemStudieren haben wir dennoch den Vortheil, unsreKenntnisse z» vermehren, welches doch das allgemei-ne Verlangen aller vernünftigen Wesen seyn muß.
Ueberdieß alles macht dieß großen Genie's nu,rwenig Arbeit, da sie sich in sehr kurzer Zeit in alles,was ihnen ausgegeben wird, zu finden wissen,
Fünftes Hauptstück.
Außer dem Zeugnisse der Erfahrung und Verinunft, giebt auch ein Philosoph unsrer Sache seinenBeifall, welcher durch sieißige Ausforschung derganzen Natur am meisten bemerkt hat, was das lange ie-
I 3 ben
M