Unzuverläßigkeit der Heilkunde. "9
In meinen jungem Jahren hab' ich öfters Was»ser getrunken, welches zuvor gefroren und wiedergeschmolzen war, ohne den allergeringsten Nachtheildavon zu verspüren.
Viele andre auf die ganze Diät oder iebensord«nung sich beziehende Anmerkungen, die alle hier?frei-lich ganz schicklich angebracht werden könnten und soll«ten, muß ich übergehen, weil es sonst erforderlichwäre, ein besondres Buch davon zu schreiben. Ichwerde vielmehr hiermit beschließen, meine ieser aberdabei nochmals erinnern, sich in allen Stücken des ganzendiätetischen Verhaltens nur immer nach ihrer eignenErfahrung zu richten. Allein sie müssen auch rechtverstehen, wie sie Erfahrungen machen und benutzensollen : denn viele ziehen aus dem, was sie bemerken,ganz falsche Schlüsse, und nehmen nicht selten dieWirkung für die Ursache an, wie wir bei der Ab«Handlung vom Mittagsscklase gesehen haben; oder siehalten irriger Weise etwas für Ursache, was doch we«der Ursache, noch Wirkung ist, sondern blos als einzufälliger Umstand, der die Sache begleitet, angese«hen werden muß; und dieser letztere Fehler wird ge>mciniglich am häufigsten unter allen begangen.
So bald als wir nur irgend ein übles Befindenspüren, schieben wir die Ursache auf etwas, daswir nur eben vorher gethan, gegessen oder getrunkenhaben, wenn es gleich nie so schlecht ist. In solchem
H 4 Falle