Unzuverlaßigkeit der Heilkunde. in
den könnte, so laßt sich doch hieraus noch nicht schlief,sen', daß dieselbe von der Sonnenhitze oder andermFeuer unterschieden sey : es liegt diese Ursache hierbeizum Grunde, daß sie nur die Auflösung, durch eineerregte Gährung, welche allen Dingen gemein ist,hervorbringen kann. Selbst in belebten Substanzenwird die Warme durch die Gahrung befördert: sowie wir durch deren Anwendung Früchte vor ihrerZeit zur Reife bringen, und den Mangel der Son«nenwärme ersetzen können. Es ist also alle Art derHitze einerlei, und kann von keinem Nutzen für diekranke Person seyn, wenn das Hemde für dieselbevorher auf dem Rücken oder der Brust einer anderngewärmt worden ist. Ja, es kann dadurch vielmehrein gewisser Nachtheil verursacht werden, indem sichdoch allezeit eine Menge unreiner und zur Ausdün-stung bestimmter Feuchtigkeiten aus dem andern .^ör,per in das Hemde hineinzieht. D>cher thut man inallen Fällen besser, die Wasche an dem Feuer oderder Sonne zu lüften, und ihr den Grad von Wärmezu geben, den der menschliche Körper im natürlichenZustande hat.
Manche tragen das ganze Jahr einerlei Art vonKleidung, und machen auch gar keine Veränderungmit ihren Bettdecken. Indessen kann ich diese Ge»wohnheit gar nicht gut heißen: denn wir müssen unsreKleidung und Bedeckung nach dem stärkern oder ge»ringern Wärmegrad einrichten, sie vermehren odervermindern, und uns in diesem Stücke nach der Wär»me oder Kälte der Jahreszeiten richten.
Die