uz 2. Abschnitt. lo. Hauptstück.
Die Menqe der Bettdecken, die uns im Wintervor Kälte schützt, erstickt uns im Sommer. B a-con sagt dieß auch (in seiner l^iüur.Virae er Nort.)Wenn schon die Sommerhitze unsern Körper abmat»tet, warum wollen wir unsre Beschwerden uns selbstnoch durch iasten der Kleidung vermehren ? Es'istzw>:r wohl wahr, daß das Castilicmische Sprichwortsagt: willst du gesund bleiben, so trage im Winter„und Sommer einerlen Kleidung:" indessen aberglaub' ich nicht, daß Sprichwörter immer als aus»gemachte Wahrheiten zu betrachten sind, und derSchriftsteller, der allgemeine Irrthümer bestreikenwill, muß ihnen kein Gehör geben. Indessen aberkann man, den Verehrern solcher Aussprüche zu ge-fallen, eine neue Erklärung des von mir angesühr»ten Sprichwortes geben, wovon ich auch nach demSinne meines Obern Gebrauch machte, als ich michnoch im Noviciar befand, und er mich an einemheißen Sommertage beschuldigte, daß ich zu leichtgekleidet gienge. Ich antwortete darauf, daß ich dasCastilianische Sprichwort völlig auf meiner Seitehatte, da dieß hieß, wir sollten im Sommer unsleichter, als im Winter kleiden. Auf die Frage,wie ich das verstünde und wie dieß möglich sey?antwortete ich, daß die Kleidung, die wir den gan»zen Winter trügen, nothwendig abgetragen, kahlund dünne werden, und also weit leichter seyn müßte,als sie im Ansang ihres Gebrauchs war: auf diese Arterklärte ich mir den wahren Sinn vom Anzüge dernämlichen Kleider.
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