86 2. Abschnitt. 4. Hauptstück.
daß es uns nicht schädlich ist. Auch diess zweierleiSubstanzen, welche von ganz außerordentlich kalten-der und erhitzender Eigenschaft sind, müssen mit Be-hutsamkeit genossen werden, bis auf einige besondreConsiitutionen, welche die Beihülfe von einem dieserbeiden das Mittel übersteigenden Eigenschafren erfor-dern. Allein ick glaube nicht, daß man dergleichenkörperliche Beschaffenheit antrift, welche Nahrungs-mittel von dieser Art verlangen mochte, und daherverwirst sie Hippokrates ganzlich, als unsrerNatur völlig widersprechende Dinge.
Wir müssen auch Drittens Achtung geben, obdieser Appetit nicht irgend aus einer üblen Gewohn-heit entsteht, da denn das, was wir begehren, schäd-lich seyn kann. Dieß ereignet sich bei den Säufern,obgleich der Wein diesen ieuten nicht so viel schadet,als wohl diejenigen Schaden erfahren würden, dienicht daran gewohnt sind.
Wenn wir bei herannahendem Alter noch immernach einer größern Menge uns angenehmer Nah-rungsmittel Begierde haben; so können wir dieß alseine allgemeine Rege! ansehen, daß wir in solchemFall unsrer Eßlust weder trauen, noch folgen müssen.Ich übergehe hier die natürlichen Ursachen dieser Aus-nahmen umständlich anzuführen, damit ich in diesenDingen nicht zu weitläufig werde, und auch, weildie Erfahrung, welche allen Dingen, die nur gesagtwerden können, das volle Gewicht giebt, dieselbenbestätigt.
Daher