Unzuverlaßigkeit der Heilkunde. 87
Daher ist meine Meinung, daß wir unter diesenVerordnungen, in Rücksicht auf die Wahl unsrerSpeisen und Getränke, unsrer Neigung folgen könnenund müssen. So viel ist ganz gewiß, daß die Na-tur eine Verbindung zwischen unserm Gaumen undunserm Magen gemacht hat, die der Beschaffenheitunsers Körpers gemäß ist, und daß dasjenige, wasjenem angenehm ist, auch diesem behagt. DerSchöpfer hat uns Sinne gegeben, welche als Hüterfür unsre Erhaltung anzusehen sind; und der Ge-schmack allein wird uns immer belehren, was unsrergegenwärtigen Constitution zuträglich oder zuwiderist. ^ Erfahrung zeigt, daß der Magen nie mitNeigung das aufnimmt, wobei der Gaumen eine Ab»ncigung empfunden hat. Sollte aber doch dieserGrundsatz Manchem meiner leser zu allgemein schei»neu; so mag er dem des Hippokrates folgen,welcher von dem unsrigen eben nicht so gar sehr ver»schieden ist, indem er in seinen Aphorismen sagt, daßwir die Speisen und Getränke, die uns vorzüglichund am besten schmecken, wählen, wenn sie auch nichtdie üllergcsundesten wären, und diese lieber den in ih.rer Beschaffenheit besser scheinenden, dem Gaumenaber nicht so behagenden vorziehen sillten. (3eät. 2.^pnor. gg.)
Sollte nun jemand bei dieser Regel übel fahren,so will ich die Schuld in seiner Gegenwart auf michnehmen.
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Allein
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