68 i.Abschnitt. n. Hauptstück.
für ein' leichtes Verderbniß des Magens auszugeben,welches er mit einem Iulep zu heben gedenkt. DießVerfahren macht die Wärter und auch selbst de.iKranken sorglos in Rücksicht auf diejenigen christlichenVorbereitungen, die zu dem bevorstehenden Todeveranstaltet werden scllten. Mittlerweile verfällt derKranke in Phantasieen und Raserei, und stirbt gleicheinem Heiden, oder einem Vieh. Wie oft sind nichtdaran unwissende iehrer in der Heilkunde, denen diePraxis zugestanden wird, Schuld an einem solchentraurigen Ausgang.
Das Verbrechen, dessen die Aerzte gemeiniglichbeschuldigt werden, unsern ieib zu todten, ist nichtimmer das einzige, sondern bisweilen laden sie auchdie Schuld auf sich, unsre Seelen getödtet zu haben.
Allein es werden 'auch Einige gefunden, welcheentweder mehr aus Vorsicht oder mehr aus Betrug,vermöge eines gewöhnlichen Kunstgrifs, ganz genaudas entgegengesetzte Verfahren beobachten. SolcheAerzte thun, wo sie nur irgend ei» leichtes Fieberfinden, sogleich mit höchsibedenklichcr Miene undAchselzucken den Ausspruch, daß die Krankheit sehrbedenklich sey. Es werden nun eine ganze MengeVerordnungen gemacht, und wird die ganze Familiein Bestürzung gesetzt. Mittlerweile erbietet sich einsolcher Arzt, den Kranken fleißig zu besuchen, undversichert, alle Kunst und alle mögliche Kräfte auf.zubieten. Die Folge dieser Vorbereitungen ist ganznatürlich: denn, wenn nun der Kranke stirbt, so lo-ben