Unzuverläßigkeit der Heilkunde. 45
liebe für einige Mittel folgt, und es giebt vielleichtkein einziges, das nicht seine besondern Verehrerhätte. Gemeiniglich zieht man diejenigen Mittelvor, die sanst und ohne Schmerz zu verursachen, wir»ken. Allein ich muß gestehen, daß ich dagegenmeine Bedenklichkeiten habe, da der Schmerz viel«leicht nicht unmittelbar durch das Mittel, sonderndurch die scharfe Feuchtigkeit, welche dasselbe in Be.wegung gesetzt hat, verursacht wird. Sollte dießnun der Fall seyn, so müßcen wir lieber diejenigenPurgiermittel vorziehen, welche Schmerz veranlas-sen, da diese die scharfen Feuchtigkeiten ausleeren,und dagegen die tauschende sanfte Wirkung derjeni-gen verachten, welche gleichsam ganz unbemerkt durchunsern Körper hindurchschlüpfen, weil man diesenUmstand von einer großen Menge nährender Feuch»tigkeiten ableiten könnte, deren Mildigkeit die Thei«le, wodurch sie ihren Weg nehmen, unempfindlichmacht. Wir können also mit Recht schließen, daßdiese gelinden Purgiermittel nur die unschuldigen,milden Feuchtigkeiten ausführen, welche mit ihrerMildigkeit, allen Schmerz in den Eingeweiden,durch welche sie gehen, verhindern. Dieses ist nureine Vorstellung, die ich mir für meine Person ma«che, die ich aber mit aller Bescheidenheit der Unter,suchung eines jeden gelehrten Arztes vorlege, wie ichauch dieses mit jeder andern Idee gethan haben will,welche nicht durch irgend einen großen berühmtenSchriftsteller unterstützt wird.
Natür«