Druckschrift 
Diätetik vorzüglich für Studierende
Seite
30
Einzelbild herunterladen
 

3<3 i. Abschnitt. 6. Hauptstück.

können,) ist die Zuflucht zu diesem Mittel sehr zwei-felhaft.

Denjenigen Aerzten, die sich wider diese Opera»tion erklärten, waren auch die Versuche nicht unbe-kannt. Sie können daher nicht so sthr unbefangenangesehen werden, daß sich nicht ihre Meinungendarnach gerichtet haben sollten. Welche dem Ga-len folgen und in fauligen Fiebern zur Ader lassen,rechtfertigen ihre Unternehmung mit der Erfahrung,und doch giebt es gleichwohl eine zahllose Menge vonAerzten, die das Blutlassen in diesen Fallen für tät-lich hält. Und unser Doktor Martinez sagt,daß dieser Grundsatz mehr Menschen getödtet habe,als das Schießpulver,

Die Erfahrung pflegt, wenn sie nicht beständiggleiche Resultate gewährt und ganz zuverläßig ist,ein zweifelhaftes Kriterion zu seyn: denn jeder führt,seine Meinung zu bestärken, die Erfahrung an.Wenn ein Arzt seinem Kranken kein Gift giebt, sowerden einige leben bleiben, indessen andre sterben.Der Verehrer des Mittels, welches er gegeben hat,schreibt, wenn sich der Patient erhält, die Erhal«tung des lebens dem Mittel zu; stirbt aber derKranke, so sagt der Arzt, der Tod wurde von derunüberwindlichen Stärke der Krankheit verursacht.Der Feind des angewandten Mittels spricht hingegen,wenn der Kranke stirbt, daß er durch dasselbe getöd»tet worden sey, und 'wenn er mit dem leben davonkömmt, die Natur habe ihn gerettet.

Wie