iz l. Abschnitt. 2. Homptstück.
Unser scharssinniger landsmann (Spanier) DonMartin Martinez hat in seinem Werke in zweiTheilen über die Zweifelhaftiqkeit der Arzneiwissen«fchaft. mit vieler Gelehrsamkeit das Ungewisse indieser Kunst gezeigt. Es widerlegt viele, unter deniehrern der Medicin angenommene Grundsätze, undobschon seine Gründe nicht immer so stark sind, daßsie jene geradezu über den Haufen werfen, so machensie dieselben doch zweifelhast,
Mit Einem Wort, man kann beinahe von allengelehrten und sähigen Aerzten hören, wie sie einstim»mig die UnVollkommenheit ihrer Kunst in Besirei»tung der menschlichen Zufälle beklagen; indeß der un»wissende Marktschreier sich mit größter Zuversichtrühmt, daß er alle diese Feinde zu verjagen im Stan»de sey. Wir können wohl mit Fug und Recht sa<gen, daß dieses Vertrauen und eine solche Seldstge.nügsamkeit immer ein charakteristisches Kennzeichensey, den wahren gelehrten Arzt von dem unwissendenzu unterscheiden. Der Conciliator hat seinerDefinition, die er von einem schlechten Arzte giebt,noch dies als eine unzertrennliche Eigenschaft derselbenbeigefügt, daß er nie seine Unwissenheit bekennt.
Min lasse denn also das gemeine Volk erwägen,welches dafür hält, es habe in einem ganz ordinärenArzte die Gottheit, und die Kräfte des trinkbarenGoldes in den untauglichsten Arzneimitteln der Apo-t!'eke gesunden, und was für Vertrauen man wohleiner Wissenschaft schenken könne, welche diejenigen
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