8 ».Abschnitt. 2.Hauptstück.
» mc>, pfleget. Wir müssen also diese Wissenschaft«so betrachten, als eine die sich noch in ihrer Kind»«heil besindet.
Thomas Sydenha'm wurde von ganz Eu<topa für den gelehrtesten praktischen Arzt des letzternJahrhunderts gehalten, und dieser spricht mit mehrUngewißheit und Zweifel von der medicinischen Wis»senschaft, als alle die übrigen Aerzte seiner Zeit/nachdem er doch viele Jahre mit dem feurigsten undangestrengtesten Euer die Arzneikunst getrieben, unddie versckiedncn Veränderungen und Vermehrungen,wel.be die N»tur in unsern Krankheiten hervorbringt,beobachtet hatte. Wir können kaum einige seinerVorschriften lesen, wo wir nicht merken sollten, daßsie mit Ungewißheit niedergeschrieben waren. Vonder edelmütigsten Rechtschaffenheit diese? Schriftstel-lers, einem Vorzuge, welcher seinen Schriften nichtweniger Verdienst und Vorlrefiichkeit giebt, als daszierliche iatein, worin sie geschrieben sind, rührt eSeben her, daß er öfters seine Zweifel zu Tage legt,und seine Unwissenheit bekennt. Er setzt nicht ein-mal recht viel Vertrauen auf seine eigne Erfahrung,vielweniger aber auf die, welche andre Schriftstellerwollen gemacht haben. Er sagt in der Vorrede zuseiner Schrift: „ sie schreiben mit großer Fertigkeit«Kuren von verschiednen Krankheiten nieder : allein»wie weic sie gegründet und ihre Behauptungen vonhungezwciselter Richtigkeit seyn mögen, können die-jenigen am besten bemerken, welche nur gar zu wohl
«wissen,