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Verzeichniß empfehlenswerther Bücher aus dem Verlage der Königl. Hofbuchdruckerei von L. Voss & Cie. in Düsseldorf
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Verlag von Q Voß H Cie. in Düsseldorf.

Die

Heilung des Grest

in

Goethes Iphigenie,

eine religiös-sitlliche Lösung im Geiste des Christentums.

Zur Erinnerung

mi das erste Erscheinen von Goethes Iphigenie im Jahre 178?

von1)r. Adolf Matthias.

48 S. 8»,Preis: 1,20 M.

Frankfurter Journal: . ., Der Verfasser weist nach, daß das Ideal derVersöhnung durch den Glauben an die Gnade der Gottheit uon Goethe in der«eilung des Orestes dargestellt wird und daß dieses Ideal in engster Abhängig-keit vom christlichen Urbilde des Glaubens an die Rechtfertigung durch denGlauben ohne des Gesetzes Werke steht. Ob der Dichter sich dessen bewußtwar, ist gleichgiltig. Die Darstellung dieses Beweises ist lichtvoll und beredtund nirgends finden wir haltlose Hypothesen und erzwungene Beweisglieder.Jeder Freund unserer Literatur und unseres herrlichen deutschen Dramas wirddie Schrift mit um fo größerer Befriedigung lesen, als sie von einem warmenEmpfindungshauch durchströmt wird und ein sehr beachtenswerthes Eindringenin den Geist Goethe's bezeugt. Wir zitiren zum Beweise dessen einige Zeilen:Nur ein frommer Dichter vermag in der dahinfließenden Welle und imnorüberschwebenden Vogel ein Sinnbild des Ewigen zu sehen, nur ein frommerDichter vermag, wenn die Vüglein im Walde schweigen und Ruhe über allenGipfeln ist, dieses Walten der Natur so zu empfinden, daß er sich nach demFrieden fehnt, der vom Himmel ist; nur ein frommer Dichter vermag Menschen-glück und Menschenleid so nachzuempfinden, und der Heilung eines geplagtenMenschenherzens so nachzusinnen wie Goethe es gethan auf seinem einsamenRitt über die winterlichen Hochgesilde des Harzgebirges, Weil es diesemWelttinde so leicht wird, den Hauch des göttlichen Geistes überall in der Welt,im Kleinsten wie im Großen, in der Natur und im Menschenherzen, in Kunstund Geschichte zu spüren, und weil dieser gottbegnadete Dichter nicht erstmühsam die Stufen der Himmelsleiter emporzuklimmen braucht, um Gott zuschauen; weil er nicht in jedem Augenblick mit seiner Glaubensüberzeugungauf den Märkten und an den Straßen prunkt und prahlt, deshalb glauben soViele, dieses Weltkind sei ein grober Heide und flacher Atheist gewesen,"

Unsere Schrift ist nicht mit jenen pädagogischen Uebungen zu verwechseln,die es sich zur Aufgabe machen, in uusere deutschen Dichtungen Christlichesund Religiöses hineinzudeuten, um dieselben dadurch den Schülern bedeutenderund werthvoller erscheinen zu lassen; sie ist eine unbefangene und geistvolleStudie ohne greifbare Tendenz und daher um so beachtenswerther.

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