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Verlag von L. Voß sc Cie. m Düsseldorf.
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Bruder ihn unter aller Kritik behandelte; und dieser König, dessen Güte mnnheute noch vielfach preisen hört, hatte weder ein Herz für seine Unterthanen,noch das geringste Verständniß für die ihm zugefallene Aufgabe. „MeinHerzenswunsch ist und wird immer sein, E. M, Unterthan zu sein; ich liebeweder die Deutschen noch Deutschland, ich bin durchaus Franzose", schreibtdieser deutsche König im Jahre 1809 an seinen Vruder (S. 207). Hier inHessen, wo die Erinnerungen an die westplMische Zeit' noch vielfach lebendigsind, wird zweifelsohne das interessante Werk mit Freuden begrüßt werden,
Deutsches litteraturblatt: Ueber der Geschichte des Königreichs West-phalen schwebt ein eigener Unstern. Schon mehrfach wurde sie in Angriffgenommen, aber nie vollendet. Auch Goecke war es beschienen, nur die Hälfteseines Werkes zu druckreifer Forin zu bringen. Da aber in seinem Nachlaßsich das gesammte Quellenmaterial bereits excerpirt fand, fo beschloß seinAmtsgenosse Archivar Ilgen die Vollendung der einmal begonnenen Arbeit.Ueberall fußt die Darstellung auf tiefgehenden archivalischen Forschungen. DasBuch kann jedem Gebildeten, der sich" für jene Zeit interessirt, als eine guteLektüre empfohlen werden,
Kölnische Zeitung: Der vor 1'ü Jahren durch einen so plötzlichen Todseiner eifrigen amtlichen wie wissenschaftlichen Thätigkeit entrissene WetzlarerStaatsarchiunr Dr. Goecke, der sich um die Aufhellung vieler Theile derrheinischen Geschichte große Verdienste erworben hat, war in den letzten Jahrenseines Lebens fast ununterbrochen damit beschäftigt gewesen, die Zeit derfranzösischen Fremdherrschaft auf deutschem Boden im Anfange unseres Jahr-hunderts in umfassender Weise zu durchforschen. Seine Ergebnisse über diefranzösische Herrschaft am Niederryein hat er vor Jahren in seinein Buch überdas Großherzogthum Berg niedergelegt, in welchem er auf Grund eindringenderarchivalischer Studien ein Bild von der französischen Verwaltung in dem nieder-rheinischen Territorium und von der Stimmung der eingeborenen Bevölkerunggegenüber dem fremden Regierungsfystem entrollte. Seitdem diese Studieneinen gewissen Abschluß gefunden hatten, wandte er sich mit gleichem Eiferund gleichein Verständniß jener andern vorübergehenden „Fremdherrschaft imHerzen Deutschlands", dem Köuigreich Westphalen von Napoleons Gnaden,an dessen Spitze des Allgewaltigen Bruder Ierome, der König „Immerluschtig", stand, zu. Seine umfassenden Studien auf diesem Gebiete zu vollendenwar ihm nicht beschieden. Schon hatte er eine ganze Reihe von Abschnittenfür den Druck vorbereitet, schon waren die ersten Grundzüge zur Vorrede desGanzen festgestellt, da wurde der eifrige Verfasser seinen Studien entrissen.Der Verleger aber, mit dem derselbe schon in Unterhandlung gestanden hatte,wollte die Früchte der jahrelangen Arbeit des Verstorbenen für die deutscheWissenschaft nicht verloren gehen lassen; er wandte sich an einen Amtsgenossendesselben, den Archivar Dr. Ilgen in Münster, der dann auf seine Bitten dieVollendung und Herausgabe des Werkes nach den hinterlassenen PapierenGoeckes übernahm. Das jetzt vollendet vorliegende Werk hat den Beweiserbracht, daß die Wissenschaft dem Verleger wie dem Herausgeber für dieErhaltung desselben Dank schuldet. Denn wir haben es in diesem Werke mitdem ersten wirklich wissenschaftlichen und auf breitester Grundlage unternommenenVersuche einer Geschichte von Ieromes Königthum zu thun .... Die Aus-führungen des Verfassers, die durchweg auf authentischem Aktenmaterial beruhen,welches er namentlich dem Berliner Geheimen Staatsarchiv und dem MarburgerArchiv entnommen hat, sind in hohem Maße geeignet, Interesse und Theilnahmedes Lesers zu erwecken, und nicht minder wird man gewiß allgemein der ver-ständnißvollen Pietät Anerkennung zollen, mit welcher der Herausgeber Ilgenseiner schwierigen Aufgabe gerecht geworden ist.
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