Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
247
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24Ein Gedicht.nen benetzen! laß Barden mit jährlichen Liedernihren Ruhm zu künftigen Tagen verschicken, undihren Geist zu den Wolken erheben. Leb wohl duSchimmer von Selma, leb wohl du Trost mei-ner sinkenden Tage!O Morven! meine Jahre sind verschwun-den. Mein Herz ist von Jammer gebrochen.Die Freunde meiner Jugend erliegen. Die Söhneder Schwachen beschimpfen mein Alter. Sie be-schimpfen die grauen Locken meines Haupts.Fremde vermeiden meine traurige Halle. Wannwird Jammer scheiden von Selma! Wann wirdFreude meine Seele erheitern! ach, warum sprechich von Freude! Bosmina, meine liebste Bos-mina ist todt. In meinen Augen erschienst duBosmina, wie eine wohlriechende Blume mit allihren Zierden umgeben; die Lüfte des Frühlingsernährten ihre Reitze. Der Thau des Morgenserhielt ihre Schönheit. Ihr lieh' die Sonne ihrerFarben. Der Wandrer blickt' die liebliche Blume,er pries ihre herrliche Geſtalt. Aber, der Hauchdes Norden schwang sich heran, versengte dieliebliche Blume, und stürzte ihr zierliches Hauptin den Staub. Der Wandrer kehrte zurück.Blickte wieder ihre versengten Blätter. Bedaurteden Verlust ihrer Reitze, und pfif traurig vorbey.So biſt du gefallen, Boſmina, ſo in den Tagendeiner Jugend verwelkt! Ach! wohin soll Fingalsich wenden! Jammer begleitet überall meineSchritte. Ach! Bosmina, meine liebste Bosmi-na ist todt!Steigt herab, ihr Geister meiner Väter!ruft2 4