Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

Ein Gedicht.225Baum,“ (*) sagt' ich, "mit all deiner Schön-heit um dich. Du bist gefallen an deinen Ebnen,und die Felder sind öd. Die Winde stürzen vonder Wüste herab! kein Schall saußt in deinemLaub! liebreich biſt du im Tod, du Sohn desim Wagen getragenen Larthmor.Am Ufer saß Nina=thoma, sie vernahmdas Rasseln der Schlacht. Sie kehrte ihre rotheAugen nach Lethmal, Selmas graulockigtemBard. Er blieb allein an der Küste, mit derTochter Torthomas. "Sohn der verflossenenZeiten!“ sagt' ich, “hör das Brüllen des Tods.Deine Freunde sind Uthal begegnet, und derHeld ist erlegt. O wär ich am Felsen geblieben,den die wälzenden Wogen umschliessen! dann wärmeine Seele betrübt, aber mein Ohr hätt seinenTod nicht vernommen. Bist du an deiner Heydegefallen, o Sohn des hohen Finthormo! du haſtmich an einem Felsen verlassen, aber meineSeele war erfüllt mit dir. O Sohn des hohenFinthormo! bist du an der Heyde gefallen?Sie hob sich blas in ihren Thränen. Siesah Uthas blutigen Schild. Sie sah ihn inOssians Händen. Sie lief wütend auf dieHeyde. Sie floh. Sie fand ihn. Sie fiel. IhreSeele entfloh in einem Seufzer. Ihr Haar warüber(*) Es war ein allgemeiner Gebrauch unter den Cel.tischen Helden, über den Fall ihrer Feinde zutrauren.