212 Conlath und Cuthona. Ein Gedicht.der Wand, er war mit Blute (*) befärbt. Siewuste vom Tod ihres Helden. Man hörte ihrenJammer an Mora. Bist du bleich an deinemFelsen Cuthona, neben den gefallenen Kriegern?die Nacht steigt herab, der Tag kehrt wieder zu-rück; aber keiner erscheint, ihr Grab zu errichten.Du verscheuchst die krächzenden Vögel. Ewigfliessen deine Zähren. Du bist bleich wie einewässerichte Wolke, die aus dem See sich empöͤrt!Es kamen die Söhne des grünenden Sel-ma. Sie fanden Cuthona erstarrt: sie richtetenüber die Helden ein Grab, sie ruht an der Seitevon Conlath! komm nicht zu meinen Träumen,o Conlath! deinen Ruhm hast du erhalten.Deine Stimme sey weit von meiner Halle: daßder Schlaf bey der Nacht herabsteige. O könntich meine Freunde vergessen, bis man nicht mehrmeine Schritte erblickt! bis ich zu ihnen mitFreude gelange! und meine veralteten Glieder inder engen Behausung hinlege.(*) Es war die Meinung dieser Zeiten, daß die Waffen,welche die Helden zu Hause liessen, in dem nämlichenAugenblick, worinn die Eigenthümer starben, blutigwaren, die Entfernung seye so groß als sie immer wolle.Ber-
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