Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
65
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Zweytes Buch.65von Turas schweigender Höhle. Ich seh' siedunkel in den Felsen, durch die dünnen Faltendes Nebels. Dort sitzt vielleicht Cuthullin,auf dem Hauch, der seine beugende Bäume er-schüttert. Der Morgengesang des Barden vonErin ist reitzend! Die Wellen dringen hinweg, ſagteCarril, sie dringen hinweg mit Furcht. Siehören den Klang deiner Ankunft, o Sonne!schreckbar ist deine Schönheit, o Sohn des Him-mels, wenn der Tod auf deine Locken herabsteigt:wenn du deine Dämpfe vor dir, über das ver-ſengte Heer heranrellſt. Aber dem Jäger iſtdein Strahl angenehm, wenn er in einem Sturm',am Felsen sich setzt, wenn du aus der zertheil-ten Wolke dich zeigst, und seine bethauten Lockenbestrahlst: er schaut auf das strömigte Thal, undsieht das Absteigen der Rehe? Wie lang wirstdu steigen im Krieg? wie lang, ein blutigerSchild durch den Himmel dich rollen? Ich sehdie Todten der Helden, düster wandernd überdein Antlitz! Warum wandern deine Worte, o Car-ril?" sagt' ich, "trauert der Sohn des Him-mels? er ist unbesleckt in seinem Lauf', er er-freut sich immer in seinem Feuer: roll' vorandu sorgloses Licht. Du must auch vielleicht fal-len. Dich wird deine dunkle Stunde ergreiffen,ringend, wie du durch deinen Himmel dich rollst:aber angenehm ist die Stimme des Barden: an-genehm der Seele von Ossian! Sie ist wie derRegen des Morgens, wenn er das brausende Thaldurch-