Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
Seite
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23Erſtes Buch.wenn es in unserm Vermögen noch ist, und unsrenRuhm hinterlassen, wie die letzten Strahlen derSonne, wenn sie ihr rothes Haupt in Westenverbirgt. Der Wanderer beklagt ihre Abwesen-heit, da er an die Flammen ihrer Strahlen ge-denkt. Ullin, mein veralteter Barde, nimm dudas Schiff deines Königs; führ' Oscar nachSelma, dem Sitze der Harfen. Laß MorvensTöchter Thränen vergiessen. Wir müssen kämpfenin Erin, für das Geschlecht des gefallenen Cor-mac. Die Tage meiner Jahre fangen an zu ver-gehn. Ich spüre die Schwäche meines Arms.Meine Väter, neigen sich, aus ihren Wolkenherab, um ihren graulockigten Sohn zu empfan-gen. Aber, bevor ich scheide von hier, sollsich ein Strahl meines Ruhms noch erheben.In Ruhm' sollen meine Tage sich enden, wie siein Ruhm' ihren Anfang genommen. Mein Lebensoll seyn wie ein Strom des Lichts, für Bardenkünftiger Zeiten!Ullin erhob seine weissen Segel. Diesüdlichen Winde eilten voran. Nach Selmadurchstrich er die Wellen. Ich blieb' in meinerWehmuth zurück. Keiner aber hörte meinen Jam-mer. An Moi=lena wird die Mahlzeit verbreitet.Hundert Helden richteten Cairbars Grabmahlempor. Ueber den Führer hebt sich kein Lied.Seine Seele war' düster und blutig. An Cor-macs Fall' dachten die Barden! Was konntenfie ſagen zu Cairbars Lob.Die Nacht kam' rollend herunter. DasLicht stieg' von hundert Eichen empor. FingalB 5