Druckschrift 
3 (1775)
Entstehung
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zu rufen, sich mit seinen vergangenen Kriegen,Geliebten, und Freunden zu unterhalten; bis, wieer selber es ausdruckt, "Eine Stimme zu Ossiankömmt, und seine Seele erweckt. Es ist dieStimme vergangener Jahre, sie rollen mit all ihren Thaten vor mir. Und unter dieser äch-ten poetischen Begeisterung, da er seinem Genieseine völlige Freyheit gab, ist es kein Wunder,daß wir so oft in seinen Liedern die mächtige,und immer gefällige Stimme der Natur hörenund erkennen.Arte, natura potentior omni.Est Deus in nobis, agitante calescimus illo.Hier ist es nöthig anzumerken, daß jenedie Schönheiten der Ossianschen Gedichte nichtfühlen können, die sie nur einmal, oder eilfer-tig durchlesen. Seine Manier ist so unterschie-den von der Manier der Dichter, an die wirmeistens gewohnt sind; seine Schreibart so kurzgefaßt, und Bildervoll; das Gemüth in seinerGesellschaft so angestrengt; daß ein gemeiner Le-ser anfangs leichter geblendet, und ermüdet, alsergötzet wird. Seine Gedichte wollen öfter indie Hand genommen, öfter gelesen werden; unddann ist es unmöglich, daß seine Schönheitensich jedem Leser, der Empfindung fähig ist, nichtenthüllen sollten. Wer den höchsten Grad dessenbesitzt, wird sie am meisten geniessen.