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Die aufgelöste Kirchenversammlung des Ortsvereins des Evangelischen Bundes in Solingen am 27. Juli 1888 : Vortrag des Herrn Pfarrer Thümmel über die Aachener Heiligtumsfahrt
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er binnen sieben Zeilen 400 Jahre überspringt, wer das Buchbesitzt, mag dort nachlesen. Ich kann das hier nicht des weiterendarlegen, das würde zu weit führen; ich muß ganz kurz sein,sonst schneidet mir Herr Pastor Schürmann das Wort ab, unddeshalb will ich das unterwegs lassen.

Ich schreite nun zu dem andern großen Heiligtum. Ich habegesagt, daß das Kleid der Jungfrau Maria zuerst im Jahre 1330als echt behauptet wird. Ueber die mehr als tausend Jahre, welchedazwischen liegen, wissen wir nichts. Genau so ist es mit dem vorhervon mir, wenn es echt sei, sicherlich als das wertvollste bezeichneteStück, mit dem Lendentuch Christi. Dieses Lendentuch wird zumerstenmal überhaupt 1236 von dem Chronisten Alberich erwähnt,welcher erzählt, daß einige Jahre vorher ein Kanonikus in Aachenerklärt habe, er habe bei dem jüngsten Brande in Aachen dieses Stückgerettet. Bis zum dreizehnten Jahrhundert wissen wir somit garnichts von dem Lendentuch; jetzt auf einmal tritt man mit einemTuche auf und es wird uns gefagt, das ist das Tuch, welchesChristus am Kreuz getragen hat. Ja, meine Freunde, darf mandenn fo leichtsinnig mit dem Namen Christi umgehen, ohne auchnur vor dem menschlichen Verstand, der uns doch auch von Gottgegeben ist, einen Anhaltspunkt dafür zu haben, daß das wahrist? Darf ich denn so leichtsinnig ins Blaue hinein das sagen?Oder nennen wir nicht vor Gericht, wie im bürgerlichen Lebeneinen Menschen, der so leichtsinnig ins Blaue hinein Behauptungenausstößt, einen Schwindler? Wie nennen wir denn einen Schwindlerder mit dem Namen Jesu Christi schwindelt? Den nennen wireinen Menschen, der Blasphemie und der Gotteslästerung treibt.Den nennen wir einen Menschen, der das Gebot:Du sollst denNamen des Herrn deines Gottes" und der Name Gottes istalles, wodurch er sich uns geoffenbart hatnicht mißbrauchen,"ganz vergessen hat. Dieses Gebot haben übertreten der GrzbischofKremenz von Köln, die Stiftsherren in Aachen, die römischekatholische Geistlichkeit dort, und ich klage sie hier von den bergischen

Bergen aus der Gotteslästerung an, -------------- (Bewegung).

Der Solinger Bürgermeister van Meenen erhebt sichbei den letzten Worten eilends von seinem Platze und tritt aufden Redner, der ungefähr ^/^ Stunden gesprochen hatte, zu. Esentsteht allgemeine Erregung. Der Bürgermeister spricht:Hier-durch erkläre ich die Versammlung für aufgelöst und fordere dieVerfammlung" (große Unruhe)

Pfarrer Thümmel:Ich mache Sie darauf aufmerksam,daß Sie sich gröblichst gegen §' 16? des Strafgesetzbuches vergehenund

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