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Die aufgelöste Kirchenversammlung des Ortsvereins des Evangelischen Bundes in Solingen am 27. Juli 1888 : Vortrag des Herrn Pfarrer Thümmel über die Aachener Heiligtumsfahrt
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festzustellen, nahm man einen Leichnam und legte ihn auf alledrei, und als er auf das echte gelegt war, wurde der Tote wiederlebendig, und fo war also das echte Kreuz Jesu Christi gefunden!.(Bewegung.) Das fagte die Legende. Heute gibt es aber so vieleechte Kreuze Christi und so niele Stücke davon, daß man, wieeiner ausgerechnet hat, mindestens ein ganzes Haus damit bauentonne. Damals wurden auch die sogenannten heiligen Stätten inJerusalem, zum Beispiel das heilige Grab, die via äoloros«,, derWeg, den Christus vom Richthaus bis nach Golgatha gemachtHaben soll, und alle diese andern Stätten neu entdeckt ich kannnicht anders sagen und verehrt. An dieser Stelle will ich nichtunterlassen, das das trefflichste Licht auf die heutige Neliquien-verehrung werfende Wort des frömmsten Königs «us unsrem Hohen-zollernhaus, der auf Preußens Throne gesessen hat, anzuführen.Friedrich Wilhelm IV., jener frömmste unsrer Könige und jeneredelste Monarch, hat sich bekanntlich lebhaft für die Errichtung desBistums Jerusalem interessiert und damals mit der Krone Englandsjenen bekannten Vertrag abgeschlossen, er hat sich zugleich an derLösung der Frage beteiligt, welches nun wohl die Stätte sei, wowirklich das Grab Christi gewesen, denn heute gibt es in Jerusalemwohl eine prachtvolle Grabeskirche, aber wir wissen nicht, ob hierwirklich die Stätte ist, wo das Grab Christi war. Als FriedrichWilhelm IV. sich einen genauen Bericht darüber hatte erstattenlassen, schloß er mit dem Wort:wir wollen es zu Gott hoffen,daß das nicht die Stätte des heiligen Grabes ist". Und warumsprach er so? In dieser Grabeskirche in Jerusalem wird immerin der Nacht zum Ostersonntag um 12 Uhr von griechisch-katholischen Priestern auf einmal das sogenannte Osterfeuer aus-gereicht, das heißt diese grichisch-katholischen Priester lügen, drinnenhabe sich ein Holz, wie in jeder Osternacht, von selbst entzündet,und nun reichen sie die Flamme heraus und die Tausenden vongriechischen Pilgern bestreben sich, an diesem Osterfeuer ihre Fackelnanzuzünden und sind dann froh, wenn sie diese Fackel mit nachHause tragen können. Bei dieser Gelegenheit entsteht aber stetsein entsetzliches Gedränge und eine Schlägerei mit Verwundetenund Toten, und die türkischen Soldaten, welche die Herren desLandes sind, die muffen Ordnung halten zwischen den sogenanntenChristen, die dort an angeblich heiliger Stätte solchen Unfugtreiben. Man hört ja auch, daß in Aachen, bei den Pilgerfahrtenentsetzlich viel Gedränge und Unfug herrscht, und wenn es dortnicht ganz so toll hergeht wie in der Grabeskirche zu Jerusalem,dann, glaube ich, ist daran weniger der Unterschied zwischenrömisch-katholisch und griechisch-katholisch schuld, als der Umstand,