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Maximilian Franz, Kurfürst von Köln :
(Geb. am 8. December 1756, gest. am 27. Juli 1801.)
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Maximilian Franz, Kf. v. Köln.

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führen möge. Aber diese Hoffnung wurde auf schreckliche Weise durch den wieder-ausbrechenden Krieg getäuscht. Die Siege Bonaparte's in Italien schwächtenauch das Heer des Erzherzogs Karl in Deutschland dermaßen, daß er vor denArmeen Iourdan's und Moreau's, welche am 15. und 24. Juni bei Neuwiedund Straßburg den Rhein überschritten hatten, den Rückzug antreten mußte.Wieder ergoß sich die Fluth der fremden Dränger verheerend über Süddeutsch-land, und beinahe noch schlimmer hausten sie, als der Sieg des Erzherzogs beiWürzburg am 3. September sie zu eiliger Rückflucht nöthigte. Wie andere süd-deutsche Fürsten hatte auch M. F. beim Anrücken der Franzosen am 18. Juliseine Residenz verlassen. Er verweilte bis zum November in Leipzig und kehrtedann nicht in das verwüstete Mergentheim, sondern zunächst nach Frankfurtzurück. Die glückliche Wendung des Krieges in Süddeutfchland konnte denSiegeszug Bonaparte's gegen Wien nicht aufhalten. Anfangs April 1797 stander in der Nähe der österreichischen Hauptstadt; wenig später gingen auch diefranzösischen Armeen, bei Neuwied am 18., bei Straßburg am 20. April wiederüber den Rhein. Aufs neue drohten die Greuel des vergangenen Jahres, alsdie Nachricht von den am 18. April in Leoben unterzeichneten Präliminarienzur unsäglichen Freude der Rheinlande dem Blutvergießen ein Ziel setzte.

M. F., durch die Kriegsgefahr von Frankfurt verscheucht, hatte eben demKurfürsten von Mainz in Aschaffenburg einen Besuch abgestattet, als ihm zweiStunden von der Stadt auf dem Wege nach Mergentheim die Couriere begegneten,welche ihm die Nachricht des Friedens überbringen sollten. Freudig kehrte ernach Nschaffenburg zurück, um dem Kurfürsten von Mainz selbst zuerst die langersehnte Botschaft mitzutheilen. Nach fünfjährigen Kriegsleiden athmete manwieder auf. Die Freude steigerte sich, als man vernahm, und als kaiserliche Er-lasse vom 27. April und 23. Juni bestätigten, daß in Leoben die Reichsinte»grität gewahrt sei. Die Rückkehr nach Bonn schien dadurch gesichert. DienachArnsbcrg ausgewanderten Beamten rüsteten sich bereits zur Heimreise, und gewißwäre der Kurfürst von seinen Unterthanen mit Jubel empfangen worden. Diekurkülnifchen Lande am linken Rheinufer hatten feit dem October 1794 unterden Bedrückungen franzüsifcher Generale und Commissare das traurigste Daseingeführt. Die auch hier nicht ganz fehlenden Aeußerungen republikanisch-fran-zösischer Gesinnung sind so schwach und vereinzelt, daß daraus die entgegengesetztenWünsche der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung/ nur um so deutlicher zu Tagetreten. Zahlreiche Documente und Correspondenzen zeigen auch, daß M. F. mitfeinen linksrheinischen Unterthanen in steter Verbindung blieb, daß insbesondereauf geistlichem Gebiet seine Regierungsthätigkeit niemals ganz unterbrochen wurde.Im Frühjahr 1797 gingen bereits Deputationen aus Bonn nach Mergentheim,um wegen der Rückkehr des Kurfürsten Verabredung zu treffen. Aber wie fchmerz-lich wurden auch diefe Hoffnungen wieder getäuscht! Das franzüfifche Directoriumhatte nicht gewagt, die von Bonaparte nach eigenem Gutdünken abgeschlossenenPräliminarien offen zu verwerfen; ebensowenig wollte es sie jedoch zur Aus-führung kommen lassen, denn die Vereinigung des linken Rheinusers mit Frank-reich war von den Machthabern in Paris beschlossen. Darin liegt der eigentlicheUrsprung der cisrhcnanifchen Republik, welche im September 1797 das linkeRheinufer in fo große Aufregung versetzte. Nur eine geringe Zahl bethürter,kurzsichtiger Menschen ließ sich als Werkzeug der Fremden gebrauchen; aber unterdem Schutz französifcher Waffen konnten dem offenen Unwillen des Landes gegen-über in Koblenz am 14., in Köln am 1?., in Bonn am 22. September diecisrhenanifchen Freiheitsbäume gepflanzt werden. Mit Bcsorgmß und Entrüstunghörte der Kurfürst von diefem Treiben, und es war nicht feine Art, müssig zuzu-sehen. Nach Aussage eines seiner Beamten, des Geheimen Rathes v. Pelzer,