Maximilian Franz.
sAus der Nllgem. deutfchen BiogiaPhie abgedruckt,^
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Maximilian Franz Xavier Joses. Erzherzog von Oesterreich, Kur.sürst von Köln (geb. am 8. Decbr. 1756 zu Wien, f am 27, Juli 1801 zuHetzendorf bei Wien), war das jüngste Kind der Kaiserin Maria Theresia undder besondere Liebling der Mutter. Er erhielt gemeinschaftlich mit seinem2^/2 Jahre älteren Bruder Ferdinand eine sorgfältige Erziehung. Ein Berichtseines Vice-Ajo, des Grasen Anton Thurn, nennt ihn „einen kleinen Herkules",auch rühmte man seine Offenheit und Wahrheitsliebe, tadelte aber seinen un»beugsamen Starrsinn und, daß er fremdem Urtheile gar keinen Einfluß gestalte.Schon im Knabenalter war fein Streben mehr auf das Nützliche, Vernünftige,als auf das eigentlich Ideale gerichtet.
Als nachgeborener Erzherzog mußte er eine Verforgung erhalten; mandachte, im geistlichen Stande; aber die Kaiferin wollte ihn nicht frühzeitig durchGelübde binden, deren Erfüllung spater eine Last werden konnte; dagegen sahsie gern, daß er am 3. Octbr. 1769 zum Coadjutor seines Oheims, des PrinzenKarl von Lothringen gewählt wurde, in der Hoffnung, er würde auch ohneGelübde sich als Hochmeister des deutfchen Ordens behaupten können. Zugleichwurde ihm die Stelle eines Statthalters in Ungarn zugedacht; bei der Wahlseiner Studien, auch bei längeren Reisen, die man ihn in den Jahren 1774und 1775 in Deutschland, in den Niederlanden, Frankreich und Italien machenließ, hatte man wesentlich diese letztere Bestimmung im Auge. Neben derMutter nahm sich vor allem der älteste Bruder, Kaiser Josef, des jungen Prinzenan. Iofefs Briefwechfel mit Maria Theresia und dem Großherzog Leopoldvon Toscana enthalt dafür reichliche Zeugnisse. Im Frühling 1778, beimAusbruch des baierischen Eibfolgekriegs ließ der Kaiser sich von „feinemguten und lieben Kamaraden" ins Feldlager nach Böhmen begleiten. M. F.zeigte Neigung für den Soldatenstand; der Kaiser rühmt seinen Eiser und seineFähigkeiten, allein ein andauerndes Fieber machte Ende August seiner militäri-schen Thätigkeit ein Ende; er war genöthigt, nach Wien zurückzukehren, und ver-lebte den Winter von 1778 79 leidend und niedergeschlagen; noch im Augustrühmt die Kaiserin, daß er unter schmerzlichen Leiden eine englische Geduld beweise.
Die Krankheit blieb, wie es scheint, auf den Charakter des Prinzen undaewiß auf die Absichten seiner Mutter nicht ohne Einfluß, zugleich traten indem Maße, in welchem die Hoffnung auf kriegerische Lorbeeren sich verminderte,bedeutende Aussichten anderer Art hervor. Das Alter und die wankende Ge-sundheit des Kurfürsten von Köln und Fürstbischofs von Münster MaximilianFriedrich (Grafen von Künigscck-Rothenfels. geb. am 13. Mai 1708, gewähltam 6. April 1761 und 17. September 1762) hatten bereits in weit früherer Zeitden Gedanken an die Wahl eines Coadjutors rege gemacht. Unter den Mit-gliedern des Kölner Domcapitels zogen vornehmlich der Vicedcchant Franz
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