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Maximilian Franz, Kurfürst von Köln :
(Geb. am 8. December 1756, gest. am 27. Juli 1801.)
Entstehung
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Illrimilian Franz, Kf. v. Köln.

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einer der besten Kenner westfälischer Verhältnisse, Seibertz, bezeugt gewiß nichtmit Unrecht, daß Westfalen der neuen Anstalt vielleicht mehr Schriftsteller,'besonders in juristischer Hinsicht verdankt habe als allen srüher besuchten Uni-versitäten. Die meisten Vortrage und die von Seiten der Universität zahlreichveröffentlichten Abhandlungen tragen freilich öfter, als nöthig oder vortheilhaft.den Stempel der febronicmischen Bestrebungen. Auch auf dem Gebiete desniederen Schulwesens, wo Spiegel die schon unter Max Friedrich entwickelteThätigkeit eifrig fortfetzte, mag es an Takt- und Rücksichtslosigkeiten nicht gesehlthaben; das läßt schon der Charakter der Zeit wie des Mannes erwarten. Abereinen entschiedenen Fortschritt der geistigen, wie der socialen Entwickelung wirdman weder in Münster noch in Kurküln verkennen dürfen.

In der Geschichte der Rheinlcmde erscheint es als ein ganz besonderesUnglück, daß in eine Zeit so schöner Hoffnungen der Sturm der französischenRevolution zerstörend hineinbrach. Ein Vorbote, freilich ganz eigenthümlicherArt, war der Aufstand, der belgifchen Niederlande gegen Iofeph II. ImNovember 1789 kam in Folge dessen, aus Brüssel Vertrieben, die StatthalternMaria Christinn nach Bonn und erhielt von ihrem Bruder das SchloßPoppelsdoif zum Aufenthalt. Sicher billigte M. F. ebensowenig wie seineSchwester das unbesonnene Vorgehen des Kaisers, den nur der Tod (am 20. Febr.1790) vor noch schwererem Unheil bewahrte. Die Wahl seines Bruders Leopold II.wurde zu einem Familienfeste des österreichischen Hauses. Der König und die Königinvon Neapel hatten im Sommer der Krönung Leopolds zum König von Ungarnin Pest beigewohnt, im Herbste folgten sie ihm nach Deutschland, trafen mitM. F. in Mergentheim zufammen und begleiteten ihn dann nach Frankfurt,wo am 30. September die Kaiserwahl, am 9. October die Krönung erfolgte.Der neue Kaiser wußte durch Mäßigung und Klugheit die Fehler seines Vor-gängers zum Theil wieder gut zu machen. Er wandte die Gefahren ab, die ihmvon Seiten Preußens drohten, und setzte sich wieder in Besitz der Niederlande.Auch der schon zwei Jahre währende Ausstand der Lütticher gegen ihren BischofConstantin Franz von Hoensbroek wurde im Januar 1791 durch österreichischeund Reichs-Truppen unterdrückt. M. F. hatte dabei als Mitdireetor des west-fälischen Kreises einen Eifer gezeigt, der besser einer besseren Sache gewidmetworden wäre. Jetzt gab er dagegen dem wiedereingesetzten Fürsten die weisesten,leider nicht befolgten Rathschläge, durch Milde und Mäßigung das Vertrauenseiner Unterthanen wieder zu gewinnen. Leicht hätte er nach dem Tode desBischofs (am 3. Juni 1792) auch den bischöflichen Stuhl von Lüttich erlangenkönnen, aber er verzichtete weislich auf den Erwerb eines neuen, von fo vielenSeiten gefährdeten Besitztums. Denn auch Kaiser Leopold hatte den Krieg mitder Revolution von Deutschland nicht abwenden können. Das gewaltsame Vor-gehen der Franzosen im Elsaß und von der anderen Seite das völkerrechtswidrigeVerfahren, welches die Emigranten unter dem Schutze des Kurfürsten von Trieran der Grenze sich gestatteten, machten einen Zusammenstoß unvermeidlich. DerKaiser starb schon am 1. März 1792. Gegen seinen Sohn und Nachfolger er-ging am 20. April die französische Kriegserklärung, und kaum war Franz II.am 14. Juli in Frankfurt zum Kaiser gekrönt, als die Verbündeten Heere vonOesterreich und Preußen sich zu einem Einsall in Frankreich anschickten. DasBenehmen Maximilians während dieser Jahre zeugt von kluger Mäßigungund Festigkeit. Als Kursürst und als Oberhaupt des deutschen Ordens erklärteer sich auf dem Reichstage scharf gegen die Uebergriffe der französischen National-versammlung, aber als Grenznachbar vermied er vorsichtig Alles, was als Be-leidigung der Franzosen gelten konnte. Die Emigranten erhielten nicht mehr,als durchaus nöthig. Nach einer Verordnung vom 11. April 1792 durfte keine