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ß Maximilian Franz, Kf. v. Köln.
„menschenfreundliche Fürst" einer Marktfrau behülflich ist, ihren schweren Korb aufden Kopf zu heben. Und in demselben Jahre, bei der deutschen Kaiserwahl bereitetenihm die Frankfurter einen herzlicheren Empfang als allen übrigen Fürsten undsogar dem Kaiser. Noch lange nach seinem Tode war sein Andenken und sogardie Liebe zu ihm besonders unter der Landbevölkerung lebendig, und wenn sichin dem ehemals kölnischen und im Münster-Lande die Anhänglichkeit an dasösterreichische Kaiserhaus so lange erhalten hat, so ist dies nicht zum wenigstender Negierung des letzten Kurfürsten zuzuschreiben.
Am meisten nach außen hin trat Maximilians resormirende Thätigkeit aufdem Gebiete des kirchlichen Lebens hervor, freilich oftmals nur fortsetzend, wasunter der vorigen Negierung bereits begonnen war. Zu den Freidenkern darfman ihn nicht zählen. Er hat sein ganzes Leben hindurch Verehrung für dieGrundsätze gezeigt, welche ihm von seiner frommen Mutter eingeprägt waren.Aber er fühlte sich auch der geistlichen Gewalt gegenüber mehr als Landesherrndenn als Erzbischof; die Strömung der Zeit und das Beispiel seines Bruderstrieben ihn fort zu Reformen, die man nicht unterschätzen darf, und zu Mißgriffen,die bei einem meist so billigen, klaren Urtheile unter anderen Verhältnissen kaumbegreiflich wären. Wir können den Streit, der sich an den Namen „Febronius"knüpft, hier nicht im einzelnen darstellen. Er füllte schon die RegierungszeitMax Friedrichs, erhielt aber neue Lebhaftigkeit, als der Bruder Kaiser Josefsin die Reihe der geistlichen Kurfürsten eintrat, die den Iurisdictionsrechten desPapstes und seiner Nuntien widerstrebten. Nach der Errichtung der neuen Nun-tiatur in München am 14. Febr. 1785 mag M. F. nicht wenig zu dem kaiser-lichen Schreiben beigetragen haben, welches sich am 12. Octbr. so entschiedenfür die Ansprüche der Erzbifchüfe aussprach. Den Höhepunkt dieser Streitig-keiten bildeten bekanntlich die Punktationen des Emser Kongresses vom 25. Aug.1786. M. F. war dabei durch den münsterischen geistlichen Geheimen Rath GeorgHeinrich von Tautphüus vertreten. Er säumte auch nicht von den durch diePunktationen den Erzbifchüfen zugefprochenen Vollmachten mit Uebergehung derKölner Nuntiatur Gebrauch zu machen, und vornehmlich gegen ihn richtete sichdas Schreiben des Nuntius Pacca, welches am 30. Novbr. 1786 die von denErzbifchöfen eigenmächtig ertheilten Ehedispensen für ungültig erklärte.
Den Ansichten, die von Seiten des Kurfürsten in diesem Streite zu Tagetraten, entsprachen auch andere Maßregeln, insbesondere die Erhebung der imJahre 177? gestiftetetcn Bonner Akademie zu einer eigentlichen Universität.Auch dieser Plan war bereits unter Maximilian Friedrich angeregt, ja der Aus-führung nahe gebrächt, aber M. F. ergriff ihn mit einem Eiser und widmeteihm Hülfsmittel, welche die Regierung seines Vorgängers schwerlich gefundenhätte. Gleich in den Jahren 1784 und 1785 setzte er sich mit dem Akademie-rath in eine lebhafte Korrespondenz, und noch raschere Förderung erhielt das Unter-nehmen, feitdem am 26. Juli 1786 Franz Wilhelm Freiherr von Spiegel zumDiefenberg zum Präsidenten der Akademie ernannt worden war. Am 20. Nov. 1786konnte die Inauguration der Universität stattfinden; der Kurfürst selbst hielt dieEröffnungsrede. Es gelang, zu den früheren eine Anzahl neuer tüchtiger Lehrerzu gewinnen; hier feien von jenen nur Daniels und Rougemont, von diesen Fischenichund Wegeler genannt. Bald gelangte die junge Universität auch im übrigen Deutsch-land zur Anerkennung; nur mit der alteu stadtkölnischen lag sie in beständiger Fehde,so sehr, daß eine kurfürstliche Verordnung vom 10. Aug. 1789 allcn, die zu Köln studirthätten, jede Hoffnung auf ein geistliches oder weltliches Amt in den kurfürstlichenLanden abfprach. Vieles mangelte freilich auch der Bonner Universität, besondersauf dem Gebiete der Philologie; es hat mehrere Jahre gedauert, ehe man nurdie Typen des griechifchen und hebräischen Alphabets beschaffen konnte. Aber
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