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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Bis in das Abenddunkel, sie vergessenSo Speis' als Trank.

Wie aber nenn' ich euch,Die tolles Sehnen nach der Liehe Lust

110 Zu allen Zeiten martert? Schlaflos schwindetDie Nacht dahin, ein kurzer banger TraumBringt keine Ruh', verderblich tobt das Gift,Das süfse, in den Adern, treibt die ArmenIn kalten Schnee, in Regensturm hinaus,

115 Dafs auf der spröden Freundin Schwelle sieDen unbeschützten Leib mit Wonne lagernUnd sich der eignen Qualen freun, denn immerBetört die Hoffnung ihr vertrauend HerzUnd facht aufs neu die wilden Gluten an.

120 Wie endlich nenn' ich euch, die vor den SpiegelDer flticht'gen Schönheit Selbstbewundrung banntUnd frischer Wangen rasch verblühter Reiz?So äfft die eigne Lust, der eigne WunschDie Menschheit insgesamt; doch was allein

125 Sie glücklich machen und den rauhen PfadDes Lebens ebnen könnte, eben dasMilsachtet jedermann, das ist die Tugend!