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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Und andre Speise heischte dann das Herz!35 Warum verschwendet ihr so grofsen Aufwand,Ihr schwachen Kreaturen, und vernichtetDas eigne Wohlbefinden, das so schönBei magrer Kost gedeiht, durch Unmafs leidet?Ist doch kein andres Streben so gemein40 In jedem Punkte.

Doch, wie nenn' ich jene,Vom Volk vergöttert auf der Rednerbühne,Die nach des Pöbels launenhafter Gunst,Nach seinem Beifall jagen? Und wie jene,Die, ach, die Lust am Morden und des Mars45 Ruchlose Gunst zu Taten treibt, die fröhlichVon heifsem Blut die Waffen dampfen sehnUnd das Gefilde triefen vom Gemetzel?Trompetenstöfse, doppelschneid'ge Schwerter,Ein Strom von Blut aus klaffend offner Wunde,50 Zerfleischte Leichen, grausenhafte BilderDer ärgsten Art, erschrecken nicht ihr Herz!

Wie nenn' ich jene, denen Treu und Ehre,Ja, alles feil ist, was man heilig nennt,Wenn sie des Glückes höchste, schwanke Stufe55 In Hast erklimmen auf gewagtem Steg?Und jene, die ein langes Leben nutzlosIm Schulgezänk verbringen, ihre ZeitVergeuden, um ein Jota grimmig streitend?Wie jene, die im Angesicht des Todes60 Die Sorge quält um ihres Prachtbaus Dach,Das doch zerfallen mufs? Und wieder andre,Mit Gram erfüllt durch harten Druck der Gattin,Der schlimmen, durch des Sohnes Störrigkeit,Der keiner Lehre, keiner Zucht sich fügt,65 Den Trug des Dieners, der drei Sprachen redet?Und die ein dorn'ges Feld, der Schafe Sterben,Des Bienenschwarmes Flucht, die bittre SorgeUm stilsen Honig und die Furcht vor SchadenUnd des Gewinnes schnöde Hoffnung treibt70 Zu atemloser Jagd, und deren Durst