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31. Dem Lieblingsschüler.
(An Francesco Bruni.)')
Dem jungen Dichter Heil! Wie freut es mich,Dals ich mit Flammenworten dieses HerzZum Edeln spornte! Welcher Ruhm für mich,Dafs meine Schule solche Geister bildet,5 Dafs ich für sie, die keine Lehrer kannten,Genossen fand und ihnen Waffen lieh! —Dem edlen Ziele strebe rüstig zu!Und immer heifser lafs dein Ringen werden! .,
Dann wirst du siegen, und vom Göttersitz
10 Des Musenbergs der wildbewegten MengeUnholdes Lärmen hoheitsvoll verachten!Doch, da Natur Gedanken dir voll TiefeUnd Schwung verlieh'n, vernimm die letzte Mahnung:Mit treuem Fleifs gib deiner Kunst dich hin!
15 Erwäge dreimal jede Silbe; nimm
Zu ihrer Messung stets aufs neu bescheidenIn Anspruch deine Finger. Achte drauf!Verschmähst du so Geringes, wird das GröfsteEntstellt durch böse Flecken; deine Schuld
20 Besudelt dann ein heitres, zartes Bild!
Gleich einem Sohne lieb' ich dich; ich redeAus vollem Vaterherzen, — was der SohnErringt, dem Vater kommts zu gut! Geduld!Die Zeit der Ernte kommt, und reich belohnt
25 Wird treuer Fleifs. Bekennen wirst du laut,Geliebter, dann, dafs deinen Ruhm zu gründen,Mich unablässig treue Sorge trieb.
*) Die Annahme, dafs Bruni der Adressat sei, ist unsicher; Ep. III, 10spricht ihm P. aber eine solche Begabung für Poesie zu, dafs er auchhier wenigstens als Adressat angenommeu werden kann.