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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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15 Wie leicht ein schöner Blick uns tödlich trifft,Wie Müh' und Kummer, Lust und Last sich paaren,Wie Seufzer, Lächeln gleich gefährlich sind,Wie über seltne Freuden sich in StrömenDie bittre Tränenflut ergiefst. Genug!

20 Wo konnte weiter sieh die Bahn erschliefsen,Wo reicher sich die Mühe lohnen, woIn gröfsrer Fülle Redestoff sich bieten?Doch er, berichtend seine Traumgesichte,Spricht wie im Traum und scheint in Schlaf versenkt,

25 Obwohl er wach ist. Besser wahrlich hatDein Untertan den Liebesschmerz gemalt')In jenem Liedo voller Schwung und Tiefe,Wo Dido ihre grofse Seele aushaucht,Getroffen von des Liebsten Schwerte; besser

30 Sang auch Veronas Dichter 2 ) oder jener,Der Sulmo 3 ) als der Liebeslieder HeimatMit kecken Worten aller Welt verkündet,Und auch Properz,' 1 ) der Umbrer, der ein LeiterDem Dichter aus Pelignerlande ward.

35 Wozu von andern reden, die vor ZeitenUnd die erst jetzt in Latium erblüht?

So heifse dennoch freundlich ihn willkommen,Den ich dir schenke, nimm ihn gnädig an.Ein Werk des Auslands, das dem Volk gefiele,

40 Das wünschtest du, nichts Bessres liefs sieh finden,Wenn nicht ganz Frankreich samt Paris sich irrt.Trau meinem Wort und denke freundlich mein.

x ) Virgil aus Mantua schildert besonders im vierton Buch der Aeneisden Schmerz Didos, die von Aeneas verlassen, sich mit dem Schwertedes Treulosen tötet.

'') Catullus aus Verona.

3 ) Snlmo war die Heimat des Ovid, der v. .'!4 als Peligner bezeichnet ist.

*) Properz wurde in Umbrien geboren; bei Rossetti ist die Stelle ausOvid (Trist. IV, 10) angegeben, in der dieser sich als Nachfolger des Properzbezeichnet.