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Und er so grofs! Doch seiner Tage Zahl
55 Sie ist noch klein, des Lichtes Schwelle hatEr eben nur berührt, noch schaut er aufMit unbestimmtem Blick zum Himmelsdom.Nicht seinem Rang, der zarten Jugend nurEntspricht die kleine Gabe. Freut sie ihn,
60 So sei das blanke Gold sein Spielgerät.
Wächst er heran, mag er voll Stolz verachtenDie rote Gabe aus der Erde Tiefen.Doch dann vielleicht wird ihn mein Lied ergetzen,Und, liest er's, wird er also bei sich sprechen:
65 „Als aus der heil'gen Quelle man mich hub,
Hat mein erhabner Vater hoch geehrtDen so geringen Diener. Seine Hand,Die treuergebne, hat dies edle HauptBerührt, — und doch war er ein winzig Teil
70 Der grol'sen Fllrstenschar. — Er legte mirZum guten Zeichen, der Verheifsung voll,Den Namen Marcus bei, der hell erstrahltVon grofser Männer Ruhm, damit dereinst,Wenn mich der Ruhm der Geistesgröße lockte,
75 Wenn nach des Redners Palmen ich verlangte,Mit hellem Lichte mir den DoppelpfadZwei Leuchten Romas wiesen: Marcus Varro •)Und Marcus Cicero, nebst Marc Anton 2 )Als drittem Stern; doch wollt' ich hoch hinauf
80 Zur steilen Höhe steigen, wo die WeisenDer Pieriden klingen, sollte MarcusPacuvius ;i ) den Himmelspfad mir deuten.Sollt' ich fürs Vaterland in Liebe glüh'n,
') M. Terentius Varro, der gelehrteste Mann des römischen Altertums,Zeitgenosse Ciceros, den er aber lange überlebte, da er über 90 Jahroalt wurde.
a ) Marcus Antonius, Vorgänger Cieeros auf dem Gebiete der Bered-samkeit. Cicero hat ihm in seinem Buche „vom Redner" ein glänzendesDenkmal gesetzt.
3 ) M. Pacuvius, Schwestersohn des Ennius, lebte im zweiten Jahr-hundert v. Chr., bedeutender tragischer Dichter.