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45 leb mich gesellen darf. — Mag doch die HabsuchtDer Menschen schwache Herzen endlos plagen!Mich freut der Habe friedlicher Genufs.Verlangst du mehr zu wissen? Glaube nur,Die Treue wird durch Trennung nicht geschwächt!') —50 Sein Arm ist lang, gewaltig seine Hand,
Sie herrscht auf Erden, sie umspannt die Meere,Verschliefst das Höllentor, erschliefst den Himmel!Mich lockt kein Hoffen, fesselt kein Verlangen,
Kein zehrend Feuer flammt in meiner Brust!-------
55 Verschlagner Liebesgott, der alle Kniffe,' 2 )
Der jeden Weg der List versucht und ihnMit Sorgen täglich neu umgibt; — ich weifs,Du bist auch hier mein Feind, du schwingst auch hierDie scharfen Waffen, ich erkenn' es wohl.60 Doch welche Stätte ist von Fährnis frei?Wo knüpft sich grofses Lob an träge Ruh?Der Ruhm gesellt der Mtihe sich, er blicktIn froher Tatkraft voll Verachtung binAuf mattes Träumen wie auf bange Sorge. —05 Du sagst mir: der dich fesselt, ist doch nur
Ein Mann, ein Sterblicher; so hängt dein LosVon eines einz'gen Leben ab. — Ich bitte,Welch irdisch Los hängt nicht von andern ab?Hängt nicht an einem dünnen Lebensfaden?70 Soll ich, dem Tode nab, voll Unverstand
Den nicht'gen Wunsch empfinden, dals der FreundMir ewig lebe? Wer das Leben kennt,Sich selber kennt, kann so sieh nie vergessen.Den Fürsten überlebt sein bessrer Teil,75 Sein Ruhm; ihm bringt der letzte Tag Verklärung.Erhabne Tugend lebt in fernen Zeiten,Sie steigt durch eigne Kraft zum Äther auf,
') P. erklärt, gegen die Freundlichkeiten des Papstes nicht un-empfindlich, duch mit seinem bescheidenen Lose zur Zeit zufrieden zusein;a "ch tue die Abwesenheit von Avignon seiner Treue keinen Abbruch.
2 ) P. unterbricht sich gleichsam, indem er fühlt, dafs doch die Liebez u Laura auch hier ihn verfolgt und ihn zur Rückkehr bewegen könnte.