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Sie bettelt nicht bei Fremden um des LobesBescheidne Gabe. Und wenn je mein Lied
80 Von Männern Grolses zu verheifsen wagte,So ist's von ihm; auch seines Adels Glanz,So schwer er wiegt, kann sein Verdienst nicht steigern.
Allein noch schärfer treffen deine PfeileVon hier, von dort mein Herz: du sagst, die Treue
85 Sei selten überall, sei falscher Schein! —
So hell auch Tugend, Wissen, Künste strahlen,Der Preis gebührt der Treue selt'nem Kleinod.Und diesen Mann, — wenn je ich wahr geredet, —Ihn ziert fürwahr der Treue selt'ner Schmuck.
90 Umsonst bemühst du dich; wenn alte TugendIn unsrer Zeit noch lebt, wenn irgendwoNoch Biederkeit und Treue Wohnung finden,So ist's in seiner Brust.
Wie lange ZeitHab' ich mit ihm in Eintracht schon verlebt!
95 Das gleiche Band soll künftig uns verbinden.Vereinigt sind wir jederzeit, und reichAn Wechsel eilt der Tag dahin, es kürztEin ernst Gespräch den langen Gang der StundenBis in die Nacht. Ergreift mein altes Sehnen100 Mich dann und wann, enteil' ich schnell der Menge,Durchstreif allein die weite Flur und strecke 'Allein am Bach auf zartem Gras mich hin.So seh ich sorglos heifse Sommertage,Die Wut des Löwen seh ich frei von Leid105 Verstreichen, bis der kühle Herbst sich nahtUnd mir das Netz mit Vögelscharen füllt.Mir folgt der Musenchor, und so verrinntIm Waldestraum des Lebens kurze Frist.So leb' ich gern, ich bin genug gewarnt110 Durch manch Erlebnis; nimmer soll der Hof, 1 )Darin die Ehrsucht und die Milsgunst herrscht,Mich wiedersehn. Obgleich vom Wandern matt,
') von Avignon.