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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Wie ihn Kratinus lehrte, von sich gibt,Im Lärm der Schenken! l )

Unerwartet kam

85 Zum Musenberg ein ungebetner GastUnd hat den Platz besudelt. Ihn ersahDer Musenchor und löste schnell sich auf,Der Lorbeer welkte, trübe flois der QuellKastalias, in Stücke schlug am Felsen

90 Apoll die Leier, da sein Kunstgenofs

Die Herrschaft antrat. Diesem huldigt nunDer Musen niemals tibertroffne KunstUnd des Parnassus zwiegespaltner Gipfel.Sieh da, vom Dorf ein neuer Kritikus!

95 Vom Himmel fiel ein zweiter Aristarch, 2 )Und wetzt das Messer der Kritik! Er selbstIst nie zu fassen; seine Werke schreibtEr nie mit Tinte; auf die Tafel maltEr sie mit Strömen Weins! Den Kampf um Troja,100 Der Helden Bilder und der Feste Fall!»)Wie dreist er andre meistert! Hoher RuhmErscheint es seinem nachtumbullten Geiste,Am hellen Himmel Rauch und NebelwolkenMit scheelem Auge zu erspähn. Der Jubel105 Um eine Silbe scheint ihm wohlverdient!

Er merkt ja nicht, dai's ihn sein Scharfblick täuscht,Und rühmt sich grundlos, hat am eignen Auge

') Kratinus (vgl. Iloraz epist I, 19, v. 1 ff.) berühmt als Dichter deralten attischen Komödie, auf den der Ausspruch zurückgeführt wird, dafsWassertrinker schlechte Dichter wären.

2 ) Aristarch, berühmter alexandrinischer Gelehrter und Ilomerkritiker.Die von ihm für unecht angesehenen Verse Homers bezeichnete er amRande der Handschriften mit kritischen Zeichen, oßsXoi .genannt = Spiefse.P. hat daher geschrieben: obclis armatus acutis = mit scharfen Spiefsenbewaffnet. Da dies im Deutschen schwer verständlich sein würde, habeIch es mit einer anderen, gebräuchlicheren Wendung wiederzugebenversucht.

8 ) Vermutlich nach üvid, Heroldes 1, 1, 39, wo Penelope erzählt, wiemancher der heimgekehrten Griechen Pergamum, die ganze Landschaftum Troja, die Lager u. s. w. mit Wein auf den Tisch gemalt habe.