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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Er fiebert nicht, allein sein schwacher Kopf

55 Erliegt der arg erkrankten Phantasie.

Wenn so der kranke Geist Gespenster sieht,Was sieht, was kann in seinem Rasen sehnDer Liehe und des Weins unreiner Diener!Der Sklave seiner Lüste, tief versunken

CO In Völlerei und Faulheit, der dem BecherDie Nächte fröhnt, bis endlich Morgen wird!Man kennt den tollen Hund an sichern Zeichen.Das Haar gesträubt, im Blicke wilde Wut,Vermeidet er das kühle Nafs und bellt

65 Ohn' allen Grund!

Jedoch die Silb' ist kurz!!Was dann? Erschüttert das vielleicht die Welt?Aus welcher Schule ist er denn gelaufen,Der Schulfuchs, dieser eselhafte Sänger?Der Wein macht ihn so kühn, macht ihn zum Dichter.

70 Die Elster seht! - hat Wein genascht; die MusenBekämpft sie nun mit weinbenetztem Sehnabel! 1 )Nun wird der Affe bald mit Tigern raufen,Die Spinne weben mit der Pallas Kunst,Und Schwanenlieder wird der Rabe krächzen!

75 0 Riesenkraft des Weines! Du vermagst,

Die Scham zu bannen, Geist zu wecken, StummeMachst du zu Rednern! Er, der eben nochDes Dorfs ihm anvertraute Rechnung führteMit unbeholfnem Kiel und das Gezänk

80 Des lauten Markts für karge Löhnung buchte,')Den treibt sein Unstern, dafs an meinen LiedernEr jetzt sein Mütchen kühlt und wüste Verse

») Dio neun Töchter des Picros von ^ ih \ A ^ JnJtZ^lNamen der neun Musen gab, forderten diese zun, Wettkampf nn.Gkwageheraus. Die Musen siegten, und die neun Schwestern wurden zur Strafei" Elstern verwandelt. Ovid, Met. I, 298 ff.

») Hiernach war der Kritiker Angestellter*^ ^^v.78 und v.94 istDorf" doch wohl nicht ganz wörtlich zu nehmen.