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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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Mit heitrer Miene tritt ihm froh entgegen,

Darauf beschwieht'ge also seinen Groll:

Wo ist ein Ruhm, der keine Feinde hat?

Doch, was sieh hier als Grund der Feindschaft zeigt,20 Ist allzu winzig. Freilich, soll ein Feind,

Der Neidesqual zehn lange Jahre trug,

Nicht endlich finden, was er lästern kann?

Im Innern kocht das Gift und macht sich Luft,

Wo's immer sei. Hier ist es eine Silbe,25 Auf die sein gift'ger Bedestrom sich stürzt!

Mich trifft der schwere Vorwurf, eine Silbe,

Die kurz doch sei, hätt' ich als lang gebraucht!

Fürwahr, der Neid ist blind, denn er verkündet

Nur lauter noch das Zeugnis meines Ruhms.30 Welch hohes Mai's von Schönheit gibt sich kund,

Wenn selbst des Richters Unbill nur so wenig

An so viel Werken auszusetzen weils!

Auf schönem Antlitz fällt das kleinste Fleckchen

Den Blicken auf; ist häuslich das Gesicht,35 So Übersicht man leicht ein kleines Mal

Der Blick, von allem abgestofsen, haftet

Nicht fest an einem Mangel. Hab' ich wirklich

Die kurze Silb' als lang gebraucht? und schliefst

Der Versbau jeden Zweifel aus? Hat nicht40 Ein Doppelkonsonant der Silbe Wert

Verdoppelt? Hält man mich für so verarmt

An Witz und Geist, dafs ich davon nichts wüfste?

So wenig Lob hat meine Liederkunst

Mir eingebracht? So wenig half es mir,

45 Dafs ich den Lorbeer schon als Knabe liebte?-------

Doch sei's; man mag mein Wissen tadeln. Bin

Ich so verwirrt, dafs offnen Widersinn

Ich rede? ohne Unterschied, ob lang,

Ob kurz dieselbe Silbe setze? Nein!50 Das wahrlich glaubt mein kecker Tadler nicht,

Obgleich sein tolles, weinerhitztes Hirn

Viel sonderbare Blasen treibt! Es sieht

Gar mancher wachen Auges tolle Träume;