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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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95 Fehlt überall so viel, ist Überall

So viel im Wege! Ach, wer weils das nicht!

Hier fehlt der Wälder schattenspendend Dach,

Dort stifsen Wassers Fülle, diese Flur

Versinkt im feuchten Sumpfe, jenes Land100 Wird von Gestrüpp und totem Sand erstickt.

Hier lauern Tiger in des Urwalds Nacht,

Dort fliegen Greife durch die Eisesluft,

Hier leben wilde Panther, grimme Löwen,

Dort wachsen gift'ge Kräuter, Unheilspflanzen,105 Hier hausen Seuchen, Nattern wimmeln dort.Doch unser bleibt der Seele wahres Gut

Und ihre höchste Macht; es bleibt das Lied

Der Götterleier, welche Hellas einst

Als es erlag, auf Latium übertrug,110 Und mit ihr edle Künste ohne Zahl.

Was steht im Wege dir, Italia,

Wenn Mavors dir nicht roh im Wege stände?

Was fehlet Euch, Italiens edle Söhne,

Wenn euch nicht immer, immer Frieden fehlte?115 Was uns gehört, ist allen andern kund,

Drum sei enthüllt, was an den andern ist!Wohin versteigst du, kecke Muse, dich?

Halt ein, du darfst nicht weiter! Dreimal schon

Rief ich dich an; nun endlich höre auf.