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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Auf solche Art mir Freundesgunst verschafft,Und gehe Gott, dafs sie es nie vermöge!Die Wahrheit will ich reden, feierlich

30 Gelob ich's dir; ich schrecke nicht zurückVor einer Welt von Feinden! Sollte werDies ungern lesen, mög er's überschlagen!Lies du's allein! Für dich und für die MusenSing' ich mein Lied; der Pöbel bleibe draufsen!

35 Lafs deinen Geist durch alle Länder schweifen,

Ob durch die Städte, drin wir selber hausen,Ob durch die Völker Assurs, (denn zur FerneEnteilt er gern), ob zu Ägyptens Zaubern,Die jener Lügenpriester schlau betrog,

40 Der sich den Gottgesandten fälschlich nennt, 1 )Ob hin zu unbekannten Kulten, woUnheil'ger Götter grause Tempel stehn,Die Priesterin das Messer furchtbar schwingt,In Eingeweiden wühlt und voller Lust

45 Das arme Volk auf ekle Opfer starren

Und sich mit leerer Sorge martern sieht:Sei, wo du willst, verweile, wo du magst,Stets wirst du sehn, dafs auch des Landes BürgerGar manches fürchten, manches schwer entbehren.

50 -------Wohin versteigst du, kecke Muse, dich?

-------Halt ein! Das Volk wird deinen Sang begeifern!

-------Das ist sein Brauch, ich halt' an meinem fest!"

Einst war die Rebe, war der Pallas Gabe,' 2 )Der edle Ölbaum, Gallien unbekannt.

55 Es hat erst spät dies goldne Nafs gekostet,Nachdem es römisch ward. Noch immer prangtNur selten dort der Ölbaum; doch das Obst,Das duftig in Italien reift, den Strauch,Daran entzückend Goldorangen gllihn, 1 ')

60 Du suchst vergebens sie. Der Erde Schofs

') Mohammed.

') Pallas schenkte ihrem Lieblingslande Attika den Ölbaum.3 ) P. sagt wörtlich: nirgends sind Sträucher von goldiger Farbe,was mir schon damals auf Orangen zu beziehen nicht unmöglich scheint.