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10 Zum Kerker mich zurück, und gleich den ÄrmstenMui's ich nun wandern, bin mir selbst zur QualUnd streife ziellos durch die düstern Gassen.Ein König spricht im Donnerton; es stehtVon Unheilslosen voll die Schicksalsurne.
15 Wen trifft zuerst das Todeslos? Wen ruftAls zweiten sein Geschick? Es retten michNicht Zauberfäden, nicht die MitleidsworteDer königlichen Jungfrau; nimmer zeigtAls mein Erlöser sich ein Dädalus. 1 )
22. Das neue Labyrinth.
(An Francesco de' Rinncel.) 9 )
Du fragst verwundert nach dem Grund des Zögerns.
Ein Labyrinth ist's, das zuerst am Nil,
In Gnossus dann, auf Lemnus drittens stand
Und endlich Clusium berühmt gemacht. 3 )
Doch altersschwach wird alles; sieh, es stürzen
Zusammen diese Kerker sämtlich, und
Die fmstern Höhlen schaun das Sonnenlicht.
0 Zur Erklärung vgl. Anin. 2. 3. 4 auf Seite 227.
,J ) Francesco de'Eiuucci, Prior von S.S. Apostoli in Florenz, wurdemit P. 1350 bekannt. P. führte mit ihm einen vertraulichen Briefwechsel,in dem er F. als Simonides anredet. — Für das Verständnis unseres Briefesgenügt es zu bemerken, dafs Fr. sich bei P. nach den Gründen erkundigthatte, die ihn so lange in Avignon festhielten. P. antwortet mit bittererIronie, dafs hier ein neues Labyrinth entstanden sei, in das er geratenund aus dem er keinen Ausweg finden könne (vgl. Ep. III, 21). Da " ieBekanntschaft beider Männer aus 1350 datiert und P. seit August 1353nie wieder nach Avignon zurückgekehrt ist, so schliefst Kossetti richtig,dai's unser Brief ebenso wie 111,21 und 23 zwischen 1351 — 1353 entstand.
3 ) P. folgt Plin. N. II. XXXVI, 84 ff., der von vier Labyrinthen be-richtet, dem ägyptischen, kretischen, lemnischen und italischen. Dieseangeblichen Irrgärten waren in Wirklichkeit entweder Tempelanlagen, wiein Ägypten, oder Palastbauten, wie in Kreta oder Lemnos, oder Gräber,wie in Italien das Grab des Porsena bei Clusium.