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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Der Schwelle wieder nahn, mit einem Schritt15 Entrinn' ich allem Bittern; läst'ges VolkWird durch der Angel Drehung ausgesperrt.

Wie friedlich ist's hierinnen! Solche Ruh'Genofs der Denker und der Dichter ScharNicht in Apollos liederreichem Tal,20 Noch in Athenes heil'ger Stadt. Es fandenDie frommen Väter in Ägyptens SandIn stiller Wüste solchen Frieden nicht.Verschone mein Versteck, Fortuna; schreiteVorüber gnädig am bescheidnen DaehlLal's deinen Zorn an Königsburgen aus!

OK

19. Neue Reise.

(An denselben.)

Dem Ruf des Schicksals mufs der Mensch gehorchen.

Mir ist befohlen durch der Alpen Eis,

Eh' noch ein Sonnenstrahl den Schnee durchdrang,

Durch Schreckensorte, wo das Elend haust,

Zum rauhen, oft betretnen Rhonestrand l )

J ) P. soll von neuem in höherem Auftrage eine Eeise unternehmen,nach Avignon, und zwar noch vor Beginn des Frühjahrs. Schon dieserUmstand erklärt seinen Widerwillen, dazu kam, dafs die nächsten Wegevon Italien nach Südfrankreich durch lleeresmacht verlegt waren (v.58-üü),so dafs er einen beschwerlichen und nicht ungefährlichen Umweg durchdas Trentino, an den Eheinquellen vorbei, über die deutschen Seen nehmenzu müssen erklärt (v. 55 ff.). So bricht er denn in bewegliehe Klagen ausund preist seinen Freund B. glücklich, weil ihm solche Unruhe erspartsei. Wann die in Kede stehende Keise gemacht sei, hat Kossetti ein-gehend untersucht und kommt II, 386387 zu dem Ergebnis, dafs P.sAngaben auf keine seiner bekannten Keiseu passen. Er hält es deshalbfür wahrscheinlich, dafs P. hier eine Keise meine, die er 13Ü1 von Paduaaus nach Vaucluse unternahm, aber nicht ausführen konnte, da er dieWege gesperrt fand. Er kehrte daher von Mailand wieder nach Parmazurück. Bio Annahme K.s gewinnt sehr au Wahrscheinlichkeit, wenn mansieh klar macht, wie sehr die Verzagtheit und Unlust des sonst immerreisefertigen Dichters die Spuren des herannahenden Alters zeigen.