— 232 —
Den Weg zu nehmen. Ach, welch böser GeistFührt mein Geschick, lenkt feindlich meine Sterne?Milsgünnt das Glück ein Grab im HeimatlandeDem müden Wandrer, nun, so will ich gern
10 Am fernen Pole ruhn, — ich bin auch da,Wo Schlangen wohnen, wo der Südwind haust,Im Tal des Kaukasus, des hohen AtlasBereit zu leben und zu sterben: dochSo lang ich lebe, lafst mich Himmelsluft
15 Mit vollen Zügen atmen; sterb' ich dann,
Gönnt mir ein Stückchen Land, so rauh es sei,Den Leib hinein zu senken. Das alleinErfleh' ich mir von allen Erdengütern.Fortuna, du versagst auch das! Du treibst
20 Bald hier, bald dort mich um, mir bleibt fortanNicht Land, nicht Luft zu eigen, gleich als war'Ich nirgends heimisch, Fremdling überall.
Ein bleibend Heim, ich flehe, schenke mir,Wo du auch magst, du harte, und lafs ab
25 Vom grausen Spiele. Sieh, aus deinem ReicheBegehr' ich nicht der grofsen Güter Fülle;Lafs mich bescheidne Armut still geniefsen,Dies kurze Dasein auf entlegner FlurVerleben, — bis der Tod, mein Retter, naht
30 Und Freiheit bringt. — Die Zwischenzeit nur lafsIn argem Wirbel nicht vergehn; mich locktNicht Ehrgeiz, nicht der Habsucht schnöde Gier.Du zwingst mich, endlos lange Pein zu dulden,Die reifsend schnell im Lauf der Zeiten wächst.
35 Wo winkt ein Hafen? Wo des Alters Frieden?0 schlimmer Lebensweg! 0 arges Rätsel!Die Höhe bebt, die Mitte schwankt, und druntenWird man zertreten! Unten wandr' ich gern,Doch zittert stets, wie auf dem Höhenpfad,
40 Mein Herz und schwankt erregt, als schritt ich hinDen Weg der Mitte. Hart bedrückt mich das!Wer leitet mich durch dieses Lebens Wirrsal?Wollt' ich um Ungewitter, um die Wut