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Von Mund zu Mund in ernster Männer Kreis, 1 ) —25 Ein Ziel so hoch, ein Weg so steil und doch
So heifs von mir erstrebt, — ich fafst' es nicht!
Denn zu genau kenn' ich den eignen Wert! —
Wohl möcht' ich dichten, doch entsetzlich krachen
Des Schicksals Donnerschläge, und ein Sturm30 Von Schmerz und Kummer braust auf mich herein.
So viel Verluste, so viel bange Sorgen!
Wer kann sie still ertragen? Unglücksboten,
Sie nah'n von hier, von dort. Der schwarze Tod
Entrifs den einen Weggesellen mir,35 Den andern frafs das blut'ge Schwert, im Kerker
Mute dieser schmachten, jener siecht dahin.
Ein Frais der Geier und ein Raub der Tiere
Ist der geworden, und des Meeres Fische
Benagen jenen in der Tiefe Schlund.40 Ach, nicht von Stahl ist dieses Herz, es deckt
Kein Erz den Busen, ihn zerreilst der Schmerz!
Vom eignen Schicksal schweig' ich; allzulange 2 )
Mülst ich von Leid berichten; doch es zielt
Nach dieser Brust mit scharfem Pfeil das Unheil,45 Und grimmig wird dies Herz von ihm berannt.
Noch stemm' ich mächtig mich dem Sturm entgegen
Mit eigner Schwerkraft, denke manches Beispiels,
Wo Mannesmut des Unheils Dräun bezwang;
Zuweilen auch erbeb' ich in Besorgnis. —50 So unterwlihlt der Seelenschmerz des Leibes
Gesund Gedeihn, so trübt den Seelenfrieden
In stiller Brust des Lebens wilder Kampf.
Und dennoch hoff' ich, dennoch werd ich siegen!Und zeugen soll von wilder Feindin Sturz :l )55 Ein stolzes Siegesdenkmal. — Nur so lange
') Diese Worte stammen aus der Grabschrift, die Ennius sich selbstsetzte und in der er sich rühmt, „lebendig zu schweben von Mund zu Mund".
2 ) Die Pest des Jahres 1348 hatte dem Dichter seine besten Freunde"nd auch Madonna Laura entrissen.
3 ) Diese Feindin ist die Göttin Fortuna, der er trotzt; das Sieges-denkmal soll ein unsterbliches Gedicht sein.