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45 Mit Strömen Blutes sie den Riesenschlund.Nicht sieben nur, nein, tausend junge LeiberVon zarter Unschuld finden jährlich hierEin grauses Ende, — nicht Athen alleinWird hier geplagt, — das ganze Weltall ist
50 Willkommne Beute ihrer Mordbegier!
Geh fort! ich mahne dich! beweise lieberDem Volk Italias, was du vermagst!Dann wirst du sehn, wie Fels und Eiche lauschen,Ja, selbst der Bär der Töne Wohllaut folgt.
16. Die Allmacht der Liebe. 1 )
(An denselben.)
Der Sänger Orpheus — unser Orpheus hier,Nicht in der Kunst, nur in der Zeit der zweite, —Er fUgte schon sich unabläss'gem Fleh'n,Verschmähte mutig die gemeine Last5 Armsergen Reichtums; denn ein hohes ZielErstrebte kühn sein Geist; — doch wie er nunZum Aufbruch rüstet, sieh, verlegt den WegMit Macht ihm Amor, hält mit starker HandDen schwachen Mann zurück. — Ein zartes Weib,
10 0 Wunder, übermannt den grofsen Geist!Und Scham und Manneswort und Bitte sindDagegen machtlos. So erliegen allWir einem Zauber; auch die Kunst der TöneWird Sklavin Amors, dem ja Land und Meer,
15 Ja, dem der Göttervater selbst gehorcht.
•) Das Gedicht bezieht sich nach der Überlieferung auf denselbenFlorian.» da Rimini wie Nr. 15. P. hatte den jungen Künstler durch Bittenvermocht, nicht den glänzenden Anerbietungen des päpstlichen Hofes zufolgen, sondern nach Italien zu ziehen, (vgl. Ep. III, 2), doch im Momentdes Aufbruchs hielt die Liebe den Jüngling zurück.