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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
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212
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21213. Schwere Aufgabe.

(An Giovanni Barrili.) 1 )

In Sturmesnot erlesen, um das SchiffDes Staats mit sichrer Hand zu lenken, fühlstDu hoher Ehre schwere Last gesellt.Der dir so hohen Auftrag gab, mich dünkt,5 War deines liuhmes Freund, doch deiner Kuh'Und deines Friedens Feind. Das Steuer fordertErprobten Meisters Hand, so oft der OstSieh auf die Wogen stürzt, mit dumpfem KrachDes Schiffes Rumpf verborgne Klippen streift,

10 Und salz'ge Fluten dringen durch das Leck.Doch schläft die See bei heitrer HimmelsbläueUnd fächelt Zephyr abendliche Kühle,Ist's eine Lust zu steuern; es bedarfDazu nicht Kunst, nicht Kraft; du kannst das Steuer

15 Jedweden zarten Händen anvertraun.

Du aber, Teurer, steuerst durch die Syrien,Wo voll Gefahren sich die Brandung bricht,Zur Küste, wo der Skylla Hunde heulen,Wo die Charybdis auf und nieder wallt,

20 Zum schwarzen Meer, zur wilden Donaumündung.Doch Mannesmut siegt überall; sei auchDie Tiefe voll Gefahr: du steuerst sicherMit hohem Geist dein Fahrzeug hin zum Port.Und so bin ich voll Hoffnung, so voll Liebe,

25 So quält mich Sehnsucht und Besorgnis, dal's

Ob's dich auch wundert ich nach Wegen suche,Die mich von sichrer Küste hin zu dir

*) Giovanni Barrili (vgl. Ep. II, 1, Anm. 2) hatte offenbar von KönigEobort einen schweren Auftrag erhalten und P. davon Mitteilung gemacht.P. antwortet mit dem Ausdruck des Glückwunsches und dor Teilnahme;er wünscht, die Gefahren an der Seite seines Freundes mitzumachen.Offenbar handelt es sich um einen politischen Auftrag; Kossetti vermutet,es sei die Verwaltung von Arles und Avignon gewesen; ein solcher Auf-trag würde es erklärlich machen, dafs B. infolge desselben gerade au P-schreibt, der ja Avignon genau kannte.