— 211
i 1 )
11. Todesahnung.
(An Guglielmo da Pastrengo.)Dos Todes Nahen spür' ich an heiJ'sen Fiebers Brand,Dazwischen tönt vom Turme des Wächters Ruf durchs Land.Mit rauhem Ton durchdringt er die stille MitternachtLaut schmettern Hornsignale, rings dräut des Feindes Macht.5 Verödet stehn die Fluren durch wilder Räuber TatDas Blut der Hingewürgten durchströmt die grüne SaatAuf ihres Hüttchens Schwelle die Männer schweigend stehn,Durch finstre Gassen hallet der Weiber jammernd Flehn.Zu viel des Leids! Ich flüchte zu dir, mein Fels und Hort,10 Erhabner Geist, und sehne mich von der Erde fort!
Doch wenn von Schmerz bezwungen verstummt des KrankenTut Fama meinen Namen durch alle Welten kund. [Mund,
12. Genesung. 2 )
(An denselben.)Der Kampf war aus, mich packte mit Siegerfaust der Tod,Da war's ein bittres Tränkchen, das seinem Grimm gebot.Die Hand des kund'gen Arztes rifs mich von Grabes Rand.Zum Sternenhimmel wieder ist nun mein Blick gewandt.5 Noch schwankt der Tritt, noch kündet der Stimme
[schwacher lon,
Der Wangen Blafs, dafs mühsam ich Todesnot entilohnDoch spür' ich Lebenshoffnung. Auch dir, der «^J^Sei frohes langes Leben, wie du es wünschst, geschenkt.
t- ttt -i A um 1 Über Zeit und
1 ) Über Guglielmo da Pastrengo Ep.Ul.d. anm.
0^ des Gedichtes" kann man nur «^^f^ÄS man*afc P. sich krank, in einer belagerten Stadt bei"* a > ' „ 4B KU
»**t dazu, an den Aufenthalt des Dichters in Parma, vielleicht ,denken; vgl. Körting p. 213 ff.
2 ) Scheint Fortsetzung von Nr. 11 Z« sein.
14*