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Franz Petrarcas poetische Briefe
Entstehung
Seite
209
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20910. Wer mag jetzt dichten?

(An Francesco Bruni.) 1 )Wie ich die Musen, Phöbus' LautenklangUnd jenen Lorbeer liebe, den zuvorIm fernen Land ein Gott geliebt und derVon alters her die Dichtung suis belohnt,5 Das weilst du wohl. Doch statt der Musen wohnenIm Herzen mir die Sorgen, grausig spieltDas Unglück auf zum Tanz, und ihr Gebieter,Der grimme Tod, beginnt den Unheilsreih'n.Kein toller Wolf verfolgt die Lämmer so

10 Mit Zähnefletschen, keine Tigerin,

Die eben Junge warf, die zarten Kälber;Kein Adler packt so wild mit scharfen FängenDie fromme Taube, wie mich und die MeinenDer grause Tod verfolgt! Mich lälst er übrig,

15 Doch jene rafft er hin. Von Schmerz gebeugtVerliels die Muse ihr begonnen Werk,Elegisch stimmt sie an ein Trauerlied.Ermattet sank die Feder; es verschmachtenDie dürren Schollen meiner Africa,

20 Von der der Pfluger längst erschöpft gewichen.Ihm rauscht nicht mehr der Quell Kastalias,Er spürt den Duft nicht aus dem Lorbeerhain,Nein, düstre Trauerweiden und CypressenUnd Scheiterhaufen muls er weinend netzen

25 Mit einem Strome, dem der Seele StürmeUnd finstre Wolken ewig Nahrung geben.

Zum Heldenliede mahnst du mich; es hindertDen stolzen Plan ein unheilvoller SternUnd warf des Dichtergeistes leicht Gefährt

30 Auf andre Bahn. Zu Kranken führt man mich,

T^Francesco Bruni, Lehrer der Ehetorik in »^^SU ^»s V., hatte P. gebeten, sein Epos AM» zu voüendsa. R-J»»fgea seines betrübten Gemütszustandes s.ch dazu ^^^J^haJ.Als Entstehungszeit ist wohl 1848, das Jahr der großen Pest, anzuneü

. I'riodersdorff, Potraroas pootlsolie Briefe.