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Franz Petrarcas poetische Briefe
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Schon schmolz der Schnee, der Zephyr weht, der WinterIst abgezogen; sieh! im Blütenkranze

10 Erscheint der Lenz, des Frostes Reich ist aus.Bei Frtihlingsnah'n sollt das Gewand ihr wechseln,In Grün euch kleiden und der Zeit gemälsEin fröhlich Antlitz zeigen; also will'sDer hohe Herr, der seinen Teil von euch

15 Schon heute gnädig fordert, der vielleichtDie reifen Früchte mit erhabner HandZu pflücken sich herabläfst, wenn ihr wachst.

Er ist's, zu dem Italiens Volk emporschaut.Ihm dienen sturmumsauste Alpenhäupter,

20 Ihm dient der Apennin, des Landes Vater,Durch seine reichen Fluren wälzt der PoMit Königsstolz die schaumbedeckten WellenUnd sieht mit Staunen auf der Türme ZinnenGekrönte Schlangenhäupter furchtbar dräunJ)

25 Sieht rechts und links, auf beiden UferstrichenDenselben Herrn verehren, dem die FlutAn Pisas und Anconas Strand gehorcht.Ihm huldigt nördlich von der Alpen KetteManch Königreich und wünscht ihn sich zum Herrn.*)

30 Er schlägt den Frevelmut in harte FesselnUnd legt ihm Zügel an; er lenkt das VolkMit rechtem Mals; als dritter seines Namens *)Bringt er Hesperiens tieferschöpftem Lande

») Das Wappen der Visconti ist eine aufgerichtete, kronetragendeSchlange. Odho Visconti soll 1099 bei der Belagerung von Jerusalemeinen vornehmen Sarazenen überwunden haben, dessen Helm eine Schlangeals Ziorat trug. Diesen Helm nahm ihm Odho ab.

») v. 28 und 29 sind eine dichterische Ausmalung des politischenEinflusses der Visconti. , ,

) Matte«, Visconti begründete die Herrschaft der Visconti to_MaUand;der älteste seiner Söhne, Giangaleazzo, war der erste w,rkhoho Her eherbis 13 28; ihm folgte sein Sohn *^%^*Äund als dieser 1839 ohne Erben gestorben war, toigie '"' Visconti

der weite Sohn Matteos, der Oheim Azzos, nämlich Luchino Visconti,bekannt als kräftiger Herrscher; er erwarb u. a. auch rarma.