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Und stürmte grimmig vor, das Haar gesträubt,120 Zum Angriff auf den Löwen, den im Käfig
Man dort ihm zeigte. Ja, es fiel mir schwer
Ihn wegzubringen; wie betrübt er war,
Zeigt' er durch tiefes, langes Heulen an.
Doch nun genug! Zum Schlufs noch meld' ich eins:125 Wenn er von deinen Leuten wen erblickt,
Aus Zufall oder wenn sie Botschaft bringen,
— Denn ob auch fern, bleibst du den Deinen nah —
Dann fafst ihn Sehnsucht nach des Schlosses Hallen,
Dann sind das Tal, die Fluren ihm verbalst,130 Dann sehnt er sich das alte Glück herbei,
Und liefs' ihm freie Wahl das Schicksal, ja!
Er eilte freudig auf Colonnas Burg! —')
6. Die jungen Bäume. 2 )
(An Luchino Visconti.)
So blühet, stolze Stämme, manch JahrhundertUnd traget redlich Frucht dem edeln Herrn!Steigt froh empor, ihr schlanken Bäume, strecketZum Himmel auf die obstbeschwerten Zweige,Beschützt mit dichtem Dach des Rasens GrünUnd haltet fern der Sonne Feuerpfeile,Wenn einst des Sommers Dürre wiederkehrt! —
') Die letzten Verse beweisen, dafs zwischen dem Dichter in Vaucluseund dem Kardinal in Avignon ein freundschaftlicher Verkehr fortgesetztwurde. Boten übermittelten Briefe und Geschenke, (vgl. Körting p. SS mitAnm. (i) und man blieb sich nah auch in der Trennung. Seine eigenenEmpfindungen überträgt der Dichter auf seinen vierfüfsigen Begleiter.
2 ) Wie P. mit Ep. II, 12 „Die Birne" an Luchino Visconti eine SendungObst aus dem eigenen Garten abgehen liil'st, so sendet er hier demselbenHerrn eine Anzahl junge Bäume zur Anpflanzung und begleitet diesesGeschenk mit Versen voll Anmut, die eine Huldigung für den Empfängerausdrücken. Luchino liebte die Wissenschafton und war selbst Dichter.Das Gedieht dürfte in Parma zu derselben Zeit und unter denselben Um-ständen entstanden sein, wie Ep. II, 12.